Sohn des späteren (seit 1847) Waisenhausdirektors Manasse Moses W. (gest. 1870) und der Miriam (Mirie), geb. Vogelsdorff
zwei ältere Brüder, eine Schwester. Rabbinische Studien bei Rb. Löwenstamm, Ostern 1863 Abitur am Friedrich- Wilhelm-Gymnasium in Posen. 1860-1872 JTS, ab 1863 auch Univ. Breslau
1867-1870 Religionslehrer an der I. Religionsschule von Dr. Bendix Samuelsohn in Breslau
1869 Promotion in Breslau. 1870-1874 als Nachfolger seines Vaters provisorischer Direktor der Israelitischen Waisenknabenanstalt in Posen, zugleich Religionslehrer an der dortigen städtischen Realschule
1872 Rabbinerdiplom des JTS. 1874 stellvertretender Rb. und Prediger neben Joël an der neuen Synagoge in Breslau, 1875-1891 Rb. in Düsseldorf
1879 Bewerber in Stettin. 1882 beurlaubt, Emigrationshelfer in Rußland. Begründer und Vorstandsmitglied des „Vereins zur Verbreitung (Förderung) der Handwerke und technischen Berufsarten unter den Juden“, Delegierter beim DIGB. Schwiegersohn von Rb. Meyer in Hannover.
Dissertation
De emendationibus in libris sacris veteris Testamenti a Sopheris propositis, Diss. Breslau 1869.
Dokumente
CJA Berlin, 1, 75 A Ste 3 Nr. 67, fol. 98-98v.
Publikationen
„Heinrich Heine’s Stammbaum mütterlicherseits“, Beiträge zur Geschichte des Niederrheins. Jahrbuch des Düsseldorfer Geschichtsvereins 1 (1886), S. 5-13
„Geschichte der jüdischen Gemeinde Düsseldorf“, Beiträge zur Geschichte des Niederrheins. Jahrbuch des Düsseldorfer Geschichtsvereins 3 (1888), S. 149-254.
Epigraphik
Begraben in Düsseldorf, alter jüd. Friedhof.
Bildmaterialien
Juden in Düsseldorf, 1998, S. 203.
Literatur
Abraham Wedell, „Geschichte der jüdischen Gemeinde Düsseldorfs“, Geschichte der Stadt Düsseldorf. Festschrift zum 600jährigen Jubiläum (= Drittes Jahrbuch des Düsseldorfer Geschichtsvereins), Düsseldorf 1888, S. 149-254, hier S. 235f
JP 1891, S. 420, Todesanzeige
GB 11.09.1891 (Jg. 55, Nr. 37), S. 1, Nachruf, „Wedell ist litterarisch wenig thätig gewesen, der Schwerpunkt seines Wirkens lag in seelsorgerischer und humanitärer Thätigkeit“
GB 02.10.1891 (Jg. 55, Nr. 40), S. 1f., Bericht über die Trauerfeierlichkeiten anläßlich des Begräbnisses
Brann, Geschichte JTS, 1904, S. 200f
Heppner und Herzberg, S. 873
Lowenthal, Preußen, 1982, S. 237
Juden in Düsseldorf, 1998, S. 202
Willibald Reichertz, „Ostdeutsche als Lehrer am Städtischen Realgymnasium zu Düsseldorf im 19. Jahrhundert“, Ostdeutsche Familienkunde. Zeitschrift für Familiengeschichtsforschung, hrsg. in Verbindung mit der Arbeitsgemeinschaft Ostdeutscher Familienforscher, Heft 4/ 2006, Insingen 2006, S. 485-487, hier S. 487.