Geb. 2. Feb. 1826 in Czarne (Hammerstein), Prov. Westpreußen,
Gest. 2./3. Nov. 1904 in Berlin
Sohn des Rb. Moses C. in Czarne
während seiner ganzen Kindheit und Jugend Talmudunterricht beim Vater, dann Lehrerseminar und Examen in Tuchola (Tuchel), Joachimsthaler Gymnasium in Berlin, 1850 Abitur, 10. April 1850 imm. Berlin, vier Jahre Studium und talmudische Schiurim bei den Berliner Rabbinatsassessoren, Dez. 1854 prom. Jena
Lehrer im Haus der Sara Levy geb. Itzig, die den tonangebenden Salon der Zeit führte. 1857 Prediger in Potsdam (im selben Jahr Bewerber in Göteborg), erteilte auch Religionsunterricht an höheren Lehranstalten. 5. Juni 1860 Heirat mit Johanna Philippson, der Tochter des Magdeburger Rb. Ludwig Ph. Erst später wurde er zum Rb. ernannt
Gegenkandidat von Manuel Joël bei der Breslauer Rabbinerwahl (1863). Liberaler Kultusreformer
Abgeordneter bei der ersten Synode in Leipzig (1869) und Teilnehmer der Kasseler Rb.-Versammlung (1868). 1890 zum 70. Geb. mit dem roten Adlerorden 4. Klasse geehrt
1891 Harmonium, Reibungen mit den Orthodoxen.
1898 in den Ruhestand nach Berlin.
Dissertation
De parodia apud Graecos, Diss. Jena 1854.
Dokumente
UA Jena, M 342, Promotionsakten, dort Bl. 187 Vita
Archiwum Pañstwowe w Wrocławiu, Akta miasta Ladka, Sygn. 44 Lista kuracjuszy uzdrowiska w Ladku, w której wystepuje rabin dr Cohná z Poczdamu z córka, 1887.
Manuskripte
CAHJP Jerusalem, P 46, hebräischer Brief an Sal. Herxheimer, Sabbat Lech Lecha 5621 (1860) mit Darstellung seines Bildungsganges und Bitte um Erteilung der rb. Ordination.
Publikationen
Die Frauen früher und jetzt, Vortrag, 1859
Der Mensch gleicht dem Baume, Predigt, Berlin 1862
Beiträge zur AZJ und anderen Zeitschriften, etwa Nachruf auf Michael Sachs; AZJ 1864, S. 143-146
Der Talmud, Vortrag. Wien 1866
Die Moses-Gruppe von Rauch. Eine jüdisch- wissenschaftliche Kunststudie, Leipzig 1867
Predigt bei der hundertjährigen Jubelfeier der von Sr. Majestät dem Könige Friedrich II., hochseligen Andenkens, gegründeten Synagoge zu Potsdam, Potsdam 1868
„Eduard Lasker. Biographische Skizze“, JGJJ 4 (1869), S. 1-142
Die Humanistenperiode, Potsdam 1871
Die Aufklärungsperiode, Vortrag, Potsdam 1873
Gedächtnisrede für Carl Grisson, 1875
Gedächtnisrede am Grab des Siegfried Buchwald, Potsdam 1876
Spinoza am 2. Säculartage seines Todes, Potsdam 1877
Gedächtnisrede am Grab von Adolf Grünthal, Potsdam 1880
„Die Sibylle im Heidentum, Judentum und Christentum“, Ost und West 1903, S. 111-126
Israels Gemeinschaftsleben mit den vorchristlichen Völkern, o. J
Der Zwangsverkauf von Porzellan in der jüdischen Gemeinde zu Potsdam, o. J.
Epigraphik
Grab in Potsdam; Zeugnisse jüdischer Kultur, S. 104.
Bildmaterialien
Familienbildnis mit seiner Frau, seinem Schwager Martin Philippson und anderen Mitgliedern der Schwiegerfamilie; bei Alfred Philippson, Wie ich zum Geographen wurde, Bonn 1996, S. 167.
Literatur
„Verzeichniß der [...] Synagogen-Gemeinden“, 1858, S. 18
Ludwig Philippson, Zur Trauung seiner Tochter Johanna Philippson mit Dr. T. C., Prediger zu Potsdam, Magdeburg 1860
AZJ 1864, S. 322, Vortrag über den Talmud vor der Potsdamer „Literarischen Gesellschaft“
AZJ 1868, S. 129f, C. erhält von seiner Gemeinde ein Paar silberne Armleuchter zur Erinnerung an die Säkularfeier der Synagoge
Lippe 1879/81, S. 68
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 821
JE IV 162
Kaelter, Potsdam, S. 63-68
Heppner und Herzberg, S. 492, nennen einen Tobias Cohn, der um 1857 als Rb. in Rogowo, Prov. Posen, amtiert
Wininger I 584, mit Geburtsjahr 1820
EJ dt. V 624f
DBE II 353
Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 629
Über seine Frau als Dichterin und Pädagogin Kayserling, Jüdische Frauen, S. 243.