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ALEXANDER, Isaak, auch Isaak ISRAEL

  • Geb. 17. Aug. 1722 in Regensburg,
  • Gest. 1802 das
  • Studierte in Heidelberg, seit ca. 1735 Hauslehrer in Regensburg, 1753 von der dortigen neugegründeten Gemeinde als Lehrer, Vorsänger und Schächter angestellt, bildete sich in Fürth weiter und kehrte Dezember 1765 als ordinierter Rb. in sein Regensburger Amt zurück, das er bis zu seinem Tod innehatte. Hatte Befreiung vom Leibzoll gleich den Hoffaktoren und 200 fl. Gehalt, das ihm 1781 erhöht wurde
  • zur selben Zeit war er auch Hebräischlehrer für verschiedene christliche Gelehrte, darunter Benediktiner von St. Emmeran. Der Zensus von 1804 nennt in Regensburg noch seine 75jährige Witwe Brendel.

Publikationen

  • Von dem Daseyn Gottes. Die selbst redende Vernunft, 1775
  • Wahrheiten zur göttlichen Weisheit, 1779
  • Vermischte Anmerkungen über die erste Geschichte der Menschheit, nach dem Zeugnisse Mosis, 1782
  • Salomo und Joseph II., 1782
  • Vereinigung der mosaischen Geseze mit dem Talmud, 1786
  • Einheitsgedichte: Eine deutsche Übersetzung des Schir Hajichud, gewidmet den Herren von Thurn und Taxis, 1788
  • Abhandlung von der Freiheit des Menschen, 1789. Werkausgabe. Kleine Schriften, 1789; enthält S. 1-80 Von der Freiheit, S. 81-112 Zur göttlichen Weisheit, S. 113-168 Zur ersten Geschichte
  • Anja Speicher (Hrsg.), Isaak Alexander, Schriften. Ein Beitrag zur Frühaufklärung im deutschen Judentum, Frankfurt 1998, 259 S., mit einer kurzen Einleitung S. 13-20.

Literatur

  • Friedrich Nikolai, Reisen durch Deutschland und die Schweiz, Berlin 1781, Bd. II, S. 377: „Es war mir sehr angenehm, einen Mann zu finden von gesunder und toleranter Denkungsart [...] Er hat verschiedene deutsche Schriften geschrieben, die zwar einen etwas fremden orientalischen Schwung haben, aber gute und besonders seiner Nation nützliche Sachen enthalten“
  • E-p, „Recensionen“, Ha-Me’assef 1 (1784), dt. Beilage, S. 19f, nennt ihn den ersten in deutscher Sprache schreibenden Rb
  • M. Kayserling, „Ein vergessener Zeitgenosse Mendelssohn’s“, MGWJ 16, 1867, S. 161-167
  • Ad. Kohut, Geschichte der dt. Juden, Berlin 1898, S. 727f
  • JE VI 351; X 331, „probably the first rabbi to write in German“
  • EJ dt. II 208 (kein Artikel in der englischen EJ)
  • Wininger I 99, mit Geburtsort Augsburg
  • Raphael Straus, Regensburg, S. 73
  • Isaak Meyer, Regensburg, S. 37-40
  • PK Bavaria, S. 185
  • Alexander Altmann, Moses Mendelssohn, Philadelphia 1973, S. 831
  • Jacob Toury, „Die Behandlung jüdischer Problematik in der Tagesliteratur der Aufklärung bis 1783“, Jahrbuch des Instituts für deutsche Geschichte 5 (Tel Aviv 1976), S. 29f
  • Siegfried Wittmer, „Geschichte der Regensburger Juden zwischen Absolutismus und Liberalismus“, Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg 127 (1987), S. 95- 120, hier S. 103f
  • Arno Herzig, „Das Assimilationsproblem aus jüdischer Sicht (1780-1880)“, Conditio Judaica, hrsg. v. Hans Otto Horch, Tübingen 1988, S. 11-14
  • Renate Heuer, „I. A. (1722?-1800)“, in: Treml und Weigand, Juden in Bayern
  • Siehe der Stein, S. 302
  • Maier, Jüdische Religion, S. 535f: „Auch er begrüßte die Reformen Josephs II., war jedoch trotz rationalistisch klingenden Vokabulars theologisch keineswegs auf einer Linie, die in den Augen der späteren Reformer Gefallen finden konnte“
  • Wittmer, Regensburger Juden, S. 104-109
  • DBE I 88, mit Geburtsort Augsburg und Todesdatum 1900
  • Feiner, Mahpechath ha-ne’oruth, S. 204.