Morenu vom Frankfurter Rabbinat, 1832 Externenabitur in Würzburg, 14. Apr. 1832 imm. an der Universität und drei Semester Studium der Philosophie, Aug. 1834 Staatsprüfung in Bayreuth mit Note 3 (als 7. von 16 Kandidaten), zugleich Ordination von Joseph Aub, Bewerbung in Hagenbach, Oberfranken. 25. Mz. 1838 Unterzeichner der Münchner Petition von 17 stellungslosen Rabbinatskandidaten. Predigerzeugnis vom Hamburger Tempel
ist 2 Jahre Privatlehrer in Italien und 4 Jahre in Nagykanizsa (Groß-Kanischa), Ungarn, die dortige Gemeinde beschäftigt ihn seit 1846 als „vorläufig fungierender Prediger“, von dort Bewerbung in Hoppstädten/Birkenfeld (1847). 1847 Landesrb. für Sachsen-Meiningen mit Sitz in Walldorf an der Werra, Heirat mit Nanette Schnaittacher (1827-1897), Tochter des Heinrich S. aus Fürth. 1. Apr. 1871 Verlegung des Rabbinatssitzes nach Meiningen.
Dokumente
D.s Vater war anscheinend Seckel-Löb Dreifuß, Lederhändler mit Chawertitel, dessen Tod im Alter von 87 Jahren das Sterbereg. Adelsdorf, CAHJP Jerusalem D/ad2/2, unter dem 31. Juli 1843 verzeichnet
Bewerbungsschreiben im StA Bamberg, K3 C3, Nr. 132; im CAHJP Jerusalem D/DR1/12, mit Abschriften der Zeugnisse für die Nachfolge Leopold Steins in Burgkunstadt 1844; im LHA Koblenz, 393/298, vom 11. Mai 1847 aus Nagykanizsa, mit einer Empfehlung von Leop. Stein; sowie im LHA Schwerin, Meckl.-Schw. Landesrabbinat, Nr. 57
Seine Heirat nach BA Berlin, RSA 74773, 258 Trauungen Walldorf; auch im Familienbuch CAHJP Jerusalem, G5/2030, S. 34
CJA Berlin, 75 A Wa 2 Nr. 14, Aufnahme als Gemeindemitglied 1848, wehrt sich gegen Beitragszahlungen, muß auch Inspektionsreisen finanzieren. Sein Vorgänger war nicht Gemeindemitglied
CJA Berlin, 75 A Me 1 Nr. 1, fol. 1a-4v „Dienstinstruktion für den provisorischen Landrabbiner“ o. D., ebd., fol. 5-6 St.-Min Zirkular 20. Jan. 1876 über seine Besoldung; ebd., fol. 23, Todesmeldung.
Publikationen
„Der Auszug aus Egypten nach seiner höchsten Bedeutung“, Predigt, Die Synagoge 1837, S. 246-249
„Bruchstück aus einer Predigt“, ebd., S. 364-367
Israels Aufgabe, Predigt, Bamberg 1840
„Geist und Leben auf den vormaligen jüdischen Hochschulen“, AZJ 1842, S. 705- 708, 723-724
„Sinn und Bedeutung des Wortes Min“, LdO 1844, Sp. 204-207
„Ein griechisches Wort in einer Midraschstelle“, LdO 1844, S. 537
Mitarbeiter der Zschr. Der Orient (1845- 49)
„Kennt das Judenthum einen Unterschied zwischen Geistlichen und Laien?“, AZJ 1845, S. 434-436
Über die Beschneidung, LdO 1845, S. 611-615
Predigt über die Festfeier zur Aufhebung der Toleranzsteuer, Varasdin 1846
„Das Gesetz gegen Amalek“, Sinai 1847, S. 113-115, 121f
„Die moderne Predigt“, AZJ 1850, S. 390-392
Zeitgeist und Bibelgeist. Predigt über Ps 19,8-13 zum Wochenfest, Meiningen 1856
„Das Gebet“, Predigt in Liturgische Zeitschrift, Bd. I, Heft 4, S. 35-38
„Einweihungspredigt: Die Bedeutung des Gotteshauses“, Liturgische Zeitschrift, Bd. II, S. 95-101
Gutachten ausländischer Rabbinen, S. 42-45, gegen die ungarische Trennungsorthodoxie
Weitere Predigten, Artikel und Rezensionen
„Das Verhältnis R. Jochanan b. Sakkais zum Hillelschen Patriarchenhause“, 19 (1870), S. 568-573 (nur „Dreifuß“).
Literatur
IA 1840, S. 260, über Predigt in Bamberg
Orient 1847, S. 317, und AZJ 1847, S. 638, melden seine Berufung nach Walldorf
AZJ 1859, S. 735, Spende für die „Israelitische Bibel-Anstalt“
Achawa 1865, S. 143, nennt ihn als Lehrer des späteren bay. Abgeordneten Dr. Arnheim
Kayserling, Jüdische Kanzelredner II 306
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 806
Human, Meiningen, S. 72
Brämer, Rabbiner und Vorstand, S. 40
Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 199f, 455f, 474, 496, 626
Mitteilungen von Dr. Gabriele Olbrisch aus ihrer Dissertation über die Landrabbinate in Thüringen.