BHR Biographisches Portal der Rabbiner

ALEXANDERSOHN, Jonathan

  • Geb. 1799 in Grodzisk (Grätz), Prov. Südpreußen,
  • Gest. 24. Nov. 1869 in Buda (Alt-Ofen), Ungarn
  • Sohn des Alexander Halevi, mit Genehmigung von Akiba Eger 1830 Rb. in Kargowa (Karge), Prov. Posen, 1831 Rb. in Skwierzyna (Schwerin a. W.), wurde auf Empfehlung seines Landsmanns Götz Schwerini in Baja 1832 zum Rb. in Békéscsaba in Ungarn berufen. Heiratet die Tochter des Rb. David Juda Rotenberg in Sajószentpéter. Von der Gemeinde aber nicht gelitten
  • nachdem er das Ausschreiben von Scheidebriefen, das sich traditionell der Oberrb. Eleasar Löw in Abaújszántó vorbehielt, eigenmächtig selbst übernahm, wird er von diesem abgesetzt, was die größten Autoritäten Ungarns, namentlich Moses Sofer in Preßburg und Moses Teitelbaum in Nové Mesto (Waag-Neustadtl), gutheißen. Durch das Eingreifen der Budapester, Prager und Dresdner Oberrte. zu seinen Gunsten spaltet die „Affäre A.“ die Rb. Europas, der Umstrittene zog derweil als Bettler durch Belgien, Frankreich, Deutschland, England und Italien
  • er starb im Armenhaus.

Publikationen

  • Tomech Kavod, Verteidigung gegen Moses Sofer, Berlin 1845, 70 S
  • Ehrenrettung und auf Dokumente gestützte Widerlegung aller gegen mich vorgebrachten Beschuldigungen und Verunglimpfungen. Meine durch öffentliche Blätter einigermaßen schon bekannte Verfolgungsgeschichte. Ein merkwürdiges Aktenstück in den Annalen des Judenthums, Dessau 1846. Enthält Empfehlungen von Isaak Sobernheim, Leopold Stein, Samuel Holdheim und Hirsch Aub.

Literatur

  • Zacharias Frankel, „Sendschreiben an den Oberrabbiner Moses Sopher zu Preßburg über dessen Verfahren gegen einen Rabbiner in Ungarn“, AZJ 1839, Nr. 96, Beilage; auch in: Alexandersohn, Ehrenrettung, S. 128-136
  • I. M. Jost, „Der Zelotismus und seine Gegner“, IA 1839, S. 297-299; 1840, S. 77-79, 86-88, 94f
  • Esr. Hildesheimer, Brief vom 11. Jan. 1861 an W. Feilchenfeld (Briefe, S. 26): Frankel habe sich „für einen niederträchtigen, elenden Wicht namens Alexandersohn“ postum an Sofer vergangen
  • S. Kohn in Magyar Zsidó Szemle 1898, S. 316-325; 1899, S. 17-29
  • JE I 358
  • Münz, Schemen Rokeach, S. 131f, danach war er in Skwierzyna nur Lehrer gewesen
  • Heppner und Herzberg, S. 970
  • Ujvári, Magyar zsidó lexikon, S. 25
  • EJ dt. II 220f
  • Jacob Katz, „Parašah sethumah beh. ayye hä-H. atham Sofer: parašath ’Aleqsanderzon“, Zion 45 (1990), S. 83-126, auch in: Katz, Halachah bemes. ar, S. 184-227; engl. Übs. „An unclarified episode in the life of the Hatam Sofer: the Alexandersohn affair“, in: Katz, Divine Law in Human Hands, S. 444-503
  • Kinstlicher, Hä-“H. atham Sofer“ uvene doro, S. 151f
  • Brämer, Rabbiner und Vorstand, S. 178f.