Sohn des Rb. Samuel E. und der Rosalie Goldmann, nach der Jeschiwa Besuch der Gymnasien in Pest und Pilsen sowie der Universität Prag, dort auch Studien beim Rt. und an der Jeschiwa des Löb Glogau, 1843 Rb. der westböhmischen Gemeinden Chodová Planá (Kuttenplan) und Drmoul (Dürrmaul), 1845 Rb. in Hohenems, Vorarlberg, empfohlen von Abr. Kohn, 1852 Rb. in Česká Lípa (Böhmisch-Leipa), Nordböhmen, nach seiner Verwitwung heiratete er Susanna Henle (geb. 1827), Tochter eines mährischen Kaufmanns in Venedig
die Ehe wird dort am 24. Juni 1855 durch den Oberrb. Abraham Lattes eingesegnet. Bewerber in Brünn (1860). Legt 1860 sein Amt nieder und wird Buchhändler und Publizist in Prag, 1867 Religionslehrer in Brünn.
Dokumente
AUK Prag, Katalogí posluchažù, F. F., 1838b/46, Prüfungsregister der Karlsuniversität
SÚA Prag, HBMa 192, Heiratsregister Česká Lípa.
Publikationen
Betrachtungen über jüdische Verhältnisse, Pest 1841
Mitarbeiter am Orient (1841-44); darin „Beiträge zu einer Geschichte des Cultus und der Schulen unter den Juden: Biblische Periode“, LdO 1842
Gebete für isr. Frauenzimmer, Prag 1845
Geschichte der Israeliten von der Rückkehr aus dem Babylonischen Exil bis zum Schlusse des Talmuds, Prag 1846
Beiträge zu einer Geschichte der Schulen und der Cultur unter den Juden, Prag 1846
Predigten, gehalten in Hohenems und Böhmisch-Leipa, Prag 1846
Predigt gehalten beim Sabbath-Gottesdienste, [Hohenems] 1848
Die Bibel nach ihrem ganzen Inhalte dargestellt, Teil I Feldkirch 1852; Teil II Prag 1854
„Die mathematischen Wissenschaften unter den Juden. Eine historische Skizze“, AZJ 1852
Die Geschichte der Israeliten unter ihren Königen bis zum babylonischen Exil, Prag 1855, 266p
„Die talmudischen Sprichwörter, metrisch gereimt“, in Jahrbuch hrsg. Hlawatsch, 1856
„Die Familie Horowitz“, Wiener Mittheilungen, hrsg. M. Letteris, 1857, S. 130ff
‘En Ya‘aqov [Deut 33,28]. „Die Quelle Jakobs“. Vollständige Sammlung der talmudischen Agada, geordnet nach den Talmudtraktaten. Ins Deutsche übersetzt und mit sprachlichen und sachlichen Anmerkungen und Erläuterungen versehen, Bd. I: Der Traktat Berachot, Prag 1858
„Abhandlung über den Selbstmord“, Zeitstimmen hrsg. Bloch, Prag
Abschiedsrede gehalten am 25. August 1860 bei seinem Scheiden aus dem Amte und dem bisherigen Berufe, Prag 1860
Das Buch Esther übersetzt, 2. Aufl. Prag 1861
Wortbeiträge bei der böhmischen Synode im März 1862; in Verhandlungen ... der Vertreter der isr. Cultusgemeinden, S. 65f nachdrückliche Verteidigung des Rabbinerstandes. „Ich frage, ist der Verkünder der jüdischen Glaubenslehre ein Luxusartikel und etwas Überflüssiges, ist er nicht ein Bedürfniß des Herzens und Gemüthes? [...] In unseren materiellen Zeiten müßte das Rabbinat geschaffen werden, wenn es nicht schon bestände“
„Die Sprache des Talmud“, BCh 1862, S. 43-47, 51-57
Biographien von Akiba, Juda Hanassi, Meir und Samuel, Zeitstimmen hrsg. Bloch, Prag 1862-66
Ha-Meras. s. ah. ath ‘Ulah. “Die Kindesmörderin“ von Fr. Schiller in’s Hebräische übersetzt, Prag 1863, 6 Bl
„Die fremdsprachlichen Elemente im Talmud“, BCh 1863
Hrsg. Das Abendland. Centralorgan für alle zeitgemäßen Interessen des Judenthumes, Prag 1864-1868
„Der Priesterstand im Judenthume“, Pascheles 5626 (1865), S. 149-168
„Rabbi Juda Hanasi“, Der isr. Zeitbote 3 (1866)
„Salomon Löb Rapoport“, Abendland 1867, S. 161f
„Die Stellung der Frauen nach talmudischer Auffassung“, Abendland 1868, S. 114-116
Geschichte der Israeliten von den urältesten Zeiten bis auf die Gegenwart, zum Gebrauche für Schule und Haus, 1. Teil Biblische Geschichte; 2. Teil Geschichte der Israeliten von der Zeit Alexander des Grossen bis auf die Gegenwart, Brünn 1869, 112p., 2. Aufl. 1871, 3. Aufl. Wien 1883, 4. Aufl. bearb. von Max Grünfeld, 2 Bde. Wien 1898-1900; ital. Storia degli Israeliti dai tempi più antichi fino al presente, ad uso scolastico, Triest 1872; 2. Aufl. 2 Bde. 1887-88
Aus Palästina und Babylon. Eine Sammlung von Sagen, Legenden, Allegorien etc. aus Talmud u. Midrasch mit sachlichen und sprachlichen Anmerkungen nebst einer allgemeinen Einleitung über Geist und Form der Agada, Wien 1880, 2. Aufl. 1882
Die Tante. Ein Sittenbild aus dem jüdischen Familienleben, Wien 1881, 232p
„Mat. t. eh Dan. Talmudische Forschungen“, in ’Os. ar näh. mad, hrsg. Kohn, Lemberg, Bd. III
Predigten.
Literatur
Orient 1843, S. 92, über Erfolg bei Probepredigt in Prag
Allgemeine Illustrirte Judenzeitung 1860, S. 112: „Das Ausscheiden aus einem Amte, zu dem man nicht den inneren Beruf fühlt, ist immerhin ein Zeichen eines ehrenhaften biedern Charakters, und ist nur zu bedauern, daß der jüd. Seelsorge in Böhmen ein so namhaftes jüd. Wissen entzogen wird“