Sohn des Abraham, zunächst „Schiedsricher“, d. h. Dajan in Mannheim, 10. Dez. 1800 auch Oberrb. der Lemle-Moses’schen Klaus mit 400 fl. Besoldung, wegen Kumulation der Stelle mit der des Landesrb. der kurpfälzischen Judenschaft 1805 Rechtsstreit mit dem Klausdirektor Netter. Tritt 1809 zusätzlich in die Funktionen des verstorbenen Michel Scheuer als Stadtrb. von Mannheim. Nach der Sprengeleinteilung von 1815 ist er Distriktsrb. für mehr als 3.000 Juden, den größten Sprengel in Baden, zugleich bekleidet er eines der drei Provinzialrte. Seine erste Frau Zipper, Tochter des Maier aus Stuttgart, starb 1802
seine zweite Frau Gütle (1761-1849) stammte aus Frankfurt. A. hatte fünf Kinder, von denen eine Tochter den späteren Wormser Rb. Koppel Bamberger ehelichte.
Dokumente
StadtA Mannheim 12/1982 Nr. 3 Familienbogen Alsenz
GLA Karlsruhe 313/1243, Bl. 197b Bericht der Landesregierung Amorbach über die Tätigkeit des Rb. Gottschalk Abraham, 19. Aug. 1806 mit Auflistung der Akzidentien, Sporteln und Diäten des Landesrb. der Pfalz; vgl. Gotzmann, Jüdisches Recht, S. 88
LA Speyer, H3 Nr. 8249 vom 29. Juli 1815: Die Juden im Kanton Speyer, bis 1809 zum Rt. Bruchsal gehörig, schließen sich ca. 1813 seinem Sprengel an
UA Tübingen, 55/5b, Nr. 9, Vita von Samuel Mayer, 29. Mai 1829: „der alte Oberrabbi, der sich wenig darum kümmerte, was in der ganzen theologischen Welt vorging“.
Literatur
Leop. Löwenthal, Geschichte der Juden in der Kurpfalz, Frankfurt 1895, S. 272