Besuch von Talmudschulen in Frankfurt, Fürth und Prag, Hauslehrer bei der Familie Ellissen in Frankfurt/M., erhält dann an der Modelschen Stiftung in Karlsruhe die Stelle eines ledigen „Talmudlehrers und Unterrabbiners“. Wegen seiner Verheiratung mit Veilchen Worms (1750-1829) wird ihm gekündigt
auf Verwenden von Oberlandesrb. Tia Weil wird er 1777 vom Oberamt in seiner Funktion bestätigt. Leitet die hebr. Druckerei seines Schwagers Hirsch Moses Wormser in Rastatt, später in Karlsruhe. 1791 [so nach PK, nach Rosenthal u. Hundsnurscher/Taddey 1798, nach anderen 1789] Landesrb. des Fürstbistums Speyer in Bruchsal
1802 Bau der ersten dortigen Synagoge, 1809 werden die linksrheinischen Gemeinden von seinem Sprengel getrennt
der Oberrat entschädigt ihn am 8. Jan. 1811 durch Zuweisung von Bretten und Gochsheim. Sein Sohn Naftali (1782-1852) war erster Oberratssekretär
sein Sohn Abraham verwaltet nach seinem Tod das Bruchsaler Rabbinat. Um die Versorgung seiner Witwe ensteht ein Prozeß zwischen Gemeindevorstand und dem Nachfolger Elias Präger.
Dokumente
CAHJP Jerusalem, „Karlsruhe“ S 378/11, vom 24. Nov. und 4. Dez. 1809, Eingabe gez. „b. m. Eppstein l. rabbiner“ über die dramatische Verminderung seiner Einkünfte; nachdem er schon den „Verlust der jenseits Rheinischen Landen“ zu verkraften habe, mache ihm der Rabbiner in Mannheim und der Vorsteher in Bretten auch im Rechtsrheinischen die Brautleute abspenstig
GLA Karlsruhe 133/378 (Bezirksrabbinat in Bruchsal, 1821-1825), enthält v. a. Prozesse um Veilchen Epsteins Versorgung; ebd., 388/379 (Constituirung der Rabbinate und Provinz-Synagogen): Der Oberrat würdigt am 7. Okt. 1821 „die ausgezeichneten Verdienste des allgemein hochgeachteten seligen Landrabbiners Epstein, welcher während einer Zeitspanne von 30 Jahren, und bis zum lezten Augenblick seines Lebens, das Landrabbinat Bruchsal mit rastloser Thätigkeit, wahrer priesterlicher Würde, Frömmigkeit und Biedersinn bekleidet hat“.
Publikationen
Šir Renanah weŒimh. ah, Huldigungsgedicht auf die badische Herrschaft, Karlsruhe 1803, 6 Bl.
Literatur
AZJ 1853, S. 68, Nachruf auf Naftali E
Lewin, Baden, S. 108
Rosenthal, Heimatgeschichte, S. 148
Hundsnurscher und Taddey, S. 58
PK Baden-Württemberg, S. 274f
Hildesheimer, „Mendelssohn“, S. 103, nennt ihn als Pränumeranten der Mendelssohnbibel von 1803