BHR Biographisches Portal der Rabbiner

FERNBACH, Löb (hebr. Juda-L.), bürgerlich Levin ABRAHAM

  • Geb. in Unterfarrnbach bei Fürth,
  • Gest. 6. Juni 1794 in Heidingsfeld bei Würzburg
  • Sohn des rb. Gelehrten Abraham Farrnbach, Studium an der Fürther Jeschiwa
  • schon 1758 wird er als stellvertretender Fürther Dajan genannt, 1770 Dajan in Fürth im Bet-Din von Oberrb. Josef Steinhardt, lehrt auch an der Jeschiwa
  • 1771 Stiftsrb. in Berlin und seit 1773 auch Dajan im Bet-Din von Hirschel Lewin, unterzeichnet 1779 ungern die Approbation zum Mendelssohn-Pentateuch, 1783 fürststiftlich-würzburgischer Landesrb. in Heidingsfeld, wo er eine gutbesuchte Talmudschule unterhielt.

Dokumente

  • StA Würzburg, G 16.353 Wahlstreit gegen den ritterschaftlichen Unterrabbiner Wolff zu Niederwerrn, 1782 (Zusammenfassung bei Herz Bamberger, Würzburg, S. 50-60). Am 4. Juli 1782 schreiben die Wahldeputierten an den Bischof, daß „der Berliner Rabbi in der Stellung als Unterrabbi stehe und die jüdischen Studenten als jüdischer Professor unterrichtet, nicht minder seiner Fähigkeit wegen von allen Rabbinern belobt wird“
  • Ebd., G 16.352 Jurisdiktion des Rabbiners über die Judenschaft zu Gossmannsdorf, 1785-1786.

Manuskripte

  • „Seine Talmudauslegungen sind bis in alle Weltenden verstreut“, schreibt das Heidingsfelder Memorbuch; Bamberger, Würzburg, S. 61
  • Im Besitz von Rb. Louis Lewin in Kêpno (Kempen), Prov. Posen, befand sich Anfang dieses Jhs. eine Hs. mit F.s Talmudauslegungen aus der Berliner Zeit, einer Derascha von 1766 und Werken der Zeitgenossen Tewele Scheuer, Dav. Dispeck, Jos. Steinhardt, Moses Brandes u. a.; vgl. Löwenstein, „Fürth“, II, S. 89 Anm
  • StA Würzburg, WK Judenschaft 29, 30, 34 enthält die Mehrzahl der 25 durchnummerierten Faszikel des hebr. Gerichtsprotokolls, das unter seinem Vorsitz angefertigt wurde; Bd. 14 ist dt. betitelt „Protocollen- Buch Beym Hochfürstl. Wirzburg. Hochwohlgelehrten Hochwohlgebohrenen Herr Ober-Land Rabbiner Löb Abraham Ferrnbach den 24ten April 1787. Heydingsfeld bey Wirzburg“.

Publikationen

  • Halachische Korrespondenz mit dem Fürther Oberrb. M. S. Kohn in dessen Bigde Kehunnah, Bl. 45r
  • Zehn Approbationen, datiert Fürth, 1767-68 und Berlin 1771-80; Löwenstein, Index, S. 59.

Epigraphik

  • Wurde auf dem Friedhof in Allersheim beerdigt; Grabschrift bei Bamberger, Würzburg, S. 61.

Literatur

  • Landshuth, ’Anše Šem, S. 121
  • Walden, Šem ha-Gedolim hä-h. adaš, S. 42, 44
  • Löwenstein, Nathanael Weil, S. 77f (mit dem Nachruf aus dem Heidingsfelder Memorbuch)
  • Lewin, Lissa, S. 321
  • Herz Bamberger, Würzburg, S. 60f, mit dem selben Memorbucheintrag, Geburtsort „aus dem hessischen Dorfe Fahrenbach“, Todesdatum „30. Mai 1794 (8. Sivan 5554)“ und der Bemerkung: „Er hatte 7 Söhne, die sämtlich Rabbiner gewesen sein sollen“; s. hier Josef, Lazarus und Nathan Fernbach, Abraham Fahrenbach
  • Löwenstein, „Fürth“, II, S. 88f (mit Korrektur des Sterbedatums), 207 (über die Juden von Unterfarrnbach)
  • Stern, „Meyer Simon Weyl“, S. 192-194
  • Weinberg, Memorbücher, S. 58, 89
  • Jacobson, Judenbürgerbücher, S. 1192, Nr. 899 Anm
  • PK Bavaria, S. 462
  • Zur Familiengeschichte The family chronicle of Eugen Fernbach : a Jewish life in Berlin from Bismarck to Hitler, edited and translated [from German] by his grandson and great-grandson, Hans and David Fernbach, London 1999
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 183.