Sohn des Prager Jeschiwahauptes Meir Fischel und dessen zweiter Frau Ritschel Frankel, lebt als Spediteur in Wien und übt dort Lehrer- und Rabbinerfunktionen aus. Neben der Talmudgelehrsamkeit soll er sich als Autodidakt auch mit Logik, Grammatik und Mathematik beschäftigt haben, war Korrespondent von Mendelssohn und Moses Kunitzer. Von der niederösterreichischen Landesregierung wurde er am 24. Dez. 1816 bestätigt als Rabbinatsverweser und „Koscherfleischaufseher“ in Wien. Ist ohne Einfluß auf Kultus- und Schulwesen
nach Ankunft des Predigers I. N. Mannheimer 1826 verliert er auch die Trauungen. Laut Mannheimer war er „ein alter würdiger Mann“, der mit dem Prediger eigentlich nie in amtliche Berührung geriete. „Wir leben im besten Verständnisse [...] Er hat das Fleischdepartement, das aber hier wegen der vielen Fremden sehr ausgebreitet ist, die miqwäh unter seiner Aufsicht - und darüber hinaus quiescirt er [...] Binnen Kurzem wird unser Rav wegen Alter und Schwäche uns verlassen“ (Brief an A. A. Wolff vom 22. Juli 1829
in MGWJ 20, S. 279f). Nach seiner Emeritierung im Jahr 1829 siedelte er nach Eisenstadt über, wo er Familienbeziehungen hatte. Seine Frau Elisabeth Kuh war eine Tochter des Prager Finanzmannes Naftali-Hirz K.
beider Sohn war der Aufklärer Markus Fischer (1783-1858).
Publikationen
Bemerkungen zu Ez. Landaus Noda‘ bIhudah über OH, eingefügt am Ende des 2. Teils
Halachische Korrespondenz mit Mord. Benet in dessen Parašath Mårdechai EE Nr. 56 und Har ha-Mor Nr. 34; mit El. Fleckeles Nr. 163; mit Moses Kunitzer in dessen Sefär Mas. ref I Nr. 22 (datiert 1816/17)
Stellungnahme in der Frage des Militärdienstes der Juden in Ben Chananja V 62ff.
Literatur
Wolf, Gesch. der Juden in Wien, S. 121
Brüll, JJGL III 137
Löwenstein, Nathanael Weil, S. 64 Anm
Gastfreund, Die Wiener Rabbinen, S. 110-112
MGWJ 1901, S. 221
JE V 401
Wachstein, Grabschriften des Alten Judenfriedhofes in Eisenstadt, S. 217-220