Sohn des vermögenden Gemeindevorstehers David F. aus alter Prager Familie, Schüler von Moses Cohen Rofé, mit 12 J. für zwei Jahre an die Jeschiwa des Meier Fischels und mit 13 J. zu einer zehnjährischen Studienzeit bei Ez. Landau, dessen bedeutendster Schüler er wurde. Mit 17 J. [1771] verheiratet mit Esther Bondi (st. 1811), Tochter des vermögenden Jomtov b. Abraham Bondi
ist sodann selbst in den Geschäften tätig
nach einem Bankrott wird er 1779 Rb. in Kojetín (Kojetein), Mähren, 9. Juli 1783 Klausrb. und Dajan in Prag (fünfter „Oberjurist“ oder „Appellant“, Aug. 1793 vierter, 1801 erster) und Dozent an der Jeschiwa, hält monatlich gutbesuchte Homilien. 1783 Stellungnahme gegen die Mendelssohn-Bibel
Sommer 1799 Polemik gegen die Frankisten, deshalb Nov. 1800 für einige Tage in Haft. Wird 1801 Leiter des von Joachim Edlen von Popper und Israel Simon Frankel gegründeten Bet-Midrasch. Konservativerer Konkurrent von Samuel Landau und Gegner der von diesem vertretenen dialektischen Lehrmethode. Seine zweite Frau war Rebeka (1768-1852). Vater von Leopold F. (1802-1879), Arzt und Schriftsteller, Großvater des deutsch-böhmischen Dichters M. Hartmann (Frankl-Grün, Kremsier, Bd. III, S. 148).
Dokumente
SÚA Prag, ČG Publicum, oddìlení 1785-1795, svazek 43/351, vom 21. Juni 1793, Eingabe gegen die Beförderung Sam. Landaus zum Oberjuristen. Er, F., sei vor ca. 10 Jahren allein wegen seiner Jugend nur auf die fünfte Oberjuristenstelle gesetzt worden und wolle nun selbst aufrükken. In der Beilage Übs. von Ez. Landaus Approbation zu seinem ‘Olath H. odäš (30. Jan. 1787). Neue Eingabe gegen Landau am 26. Aug. 1793 mit M. Bachrach und J. Günzburg
ŽM Prag, Nr. 128.402, S. 250-257, Beschwerde in Kompetenzstreit gegen Sam. Landau, 24. Jan. 1803
SÚA Prag, HBMa 2762, Sterbeeintrag seiner Witwe.
Manuskripte
Das Nachlaßverzeichnis in LdO 1840, S. 182f, umfaßt a) Tešuvoth me-’Ahavah Teil IV zu EE; b) Zechär ‘Olam zum Buch Esther; c) Homilien zum Purimfest; d) Randglossen zum Machsor; e) ’Amar Rabbi ’Äl‘azar zur Pessach-Haggada; f) Ba‘ale ha-Meh. abberim, Index der in der mittelalterlichen hebräischen Literatur zitierten Autoren. Die Stolyn-Karliner Yeshiva in Jerusalem besitzt verschiedene Briefe
Laufendes Editionsprojekt am Mechon Yerušalayim in Jerusalem; siehe Moriyyah XXI,3-4 (1996/97), S. 27.
Publikationen
‘Olath H. odäš [Num 28,14] Predigten in vier Teilen, Teil I Prag 1785; Teil II ‘Olath S. ibbur mit Polemik gegen Mendelssohns Bibel, Prag 1786, ein dt. Extrakt von 28 S. wurde in Ha-Me’assef 4 (1788) als Beilage gedruckt; Teil III mit Gedenkreden, Prag 1793; Teil IV ’Ahavath Dawid mit Predigten gegen Sabbatianer, Prag 1800
Yeqar ha-H. ayyim, Gedenkrede auf Joachim Edlen von Popper, Prag 1795
Tefillah, Gebet für Franz II., Prag 1795
Tešuvah me-’Ahavah, Responsen, 3 Bde. Prag 1800-1821; komplett erfaßt auf CD-ROM „The Responsa Project“, Bar Ilan University
Halachische Korrespondenz mit dem Fürther Oberrb. M. S. Kohn in dessen Bigde Kehunnah, Bl. 40r
Ma‘aœäh deRabbi ’Äli‘äzär, über die Pessach-Haggada, in der Ausgabe Prag 1812 (Muneles: „1818“)
Melä’khäth ha-Qodäš, über Toraschreiben, Prag 1812
Geist des Judenthums. Frey bearbeitet nach dem Hebräischen von M. Fischer, Prag 1813
Mevaœœer T. ov [Jes 52,7], Predigt zum österr. Sieg in Neapel, 1821; dt. Übs. Heilverkündigung. Predigt, verfaßt und gehalten von dem Prager ersten Oberjuristen in der Meisel-Synagoge zum Schlusse der Feyerlichkeit am 25. April 1821, übs. Jonas J. Spitz, Prag 1821; vgl. Predigt in der Klaus-Synagoge am 12. May 1821 bey der Feyer der durch die glorreichen Waffen Seiner k. k. Majestät Franz I. in Sardinien wieder hergestellten Ruhe, übs. Markus Fischer, 1821
H. azon la-Mo‘ed [Hab 2,3], Predigten zu den Hohen Festtagen, Prag 1824
Mile de’Avoth, über die Pirqe ’Avoth
Brief an Moses Sofer, 1824, in ’Iggeroth Soferim Nr. 60
Šir Todah. Dankgebeth zum Ewigen, der durch seine himmlische Hülfe [...] Franz I. genesen ließ, Prag 1826
Dreiundvierzig Approbationen, datiert Prag 1785-1825; Löwenstein, Index, S. 60f.
Epigraphik
Grabstätte im heutigen Prager Stadtteil Žížkov, ul. Fibichova; siehe Lieben, „Erster Wolschaner Friedhof“, S. 21.
Bildmaterialien
JNUL Jerusalem, Schwadron Collection (Bildnis)
Anonymes Porträtgemälde im ŽM Prag.
Literatur
Jomtov Spitz, ’Allon Bachuth [Gen 35,8], Prag 1826, und Zichron ’Äl‘azar. Biographie des verewigten Rabbi E. F., Prag 1827
„E. F.“, LdO I (1840), S. 231-233
Fürst, Bibliotheca, Bd. I, S. 283f
„Toledoth R. ’Äl‘azar Fläqläs“, Ha-Maggid 1866, Nr. 25-40
Graetz, Geschichte3, Bd. XI, S. 155
Fuenn, Kenäsäth Yiœra’el, S. 132f
Kaufmann in MGWJ 1893, S. 378-392
JE V 408 mit Bildnis
Salomon H. Lieben, „R. Eleazar Fleckels“, JJLG 10 (1912), S. 1-33
M. Weiß, in Magyar Zsido Szemle 29 (1912)
S. H. Lieben, „Rabbi Eleasar Fleckeles. Zu seinem 100. Todestage“, Menorah, 1926, S. 471-474
JL II 675
Gold (Hrsg.), Judengemeinden Mährens, 1929, S. 282, mit Bildnis
Wininger II 364f
EJ dt. VI 1033-36 mit Bildnis
Václav Žáček, „Zwei Beiträge zur Geschichte des Frankismus in den böhmischen Ländern“, JGGJČSR 9 (1938), S. 370-390