BHR Biographisches Portal der Rabbiner

FRÄNKEL, Joseph Jonas, auch Isack Josef TEOMIM

  • Geb. 1721 in Breslau,
  • Gest. 22. Okt. 1793 das
  • Sohn des Breslauer Rb. Chaim Jonas Fränkel-Teomim (st. 1727) und der Sara Oppenheim, Tochter des Prager Rb. David O., Schüler von Hirsch Charif in Halberstadt, 1739 Heirat mit Treine, Tochter des Rb. Samuel Serwatzer aus Lubartów, lebt in Krakau bei seinem begüterten Schwiegervater. Nach der preußischen Eroberung Schlesiens (1741) begründet er in Breslau ein Geschäft für die Finanzierung des Exports schlesischer Textilien nach Osteuropa, 1755 „Königl. geordneter Landrabbiner“ für Schlesien mit Sitz in Breslau. Für sein prosperierendes Geschäft - zeitweise hatte er 100.000 Taler Vermögen - erhält er unter dem 11. Juni 1764 von Friedrich II ein „General-Privileg“ mit Gleichberechtigung mit christlichen Bankiers und Freizügigkeit in der ganzen preußischen Monarchie zugesichert, da er „von guten Vermögens-Umständen, auch besondere experience in der außwärtigen Handlung mit Rußland, Pohlen, der Moldau, Wallachey und Lithauen besitzet und mit denen ansehnlichsten Kaufleuthen in Connexion stehet, hinfolge dorthin ein considerables negoce zu führen im Stande ist“. Nach dem Tod seiner Frau Treine 1773 verwitwete er kaum vier Monate später auch von seiner zweiten Frau Vögele. Seine Schwiegersöhne waren die Rb. Saul Berlin (Frankfurt/Oder), Wolf Eger (Lehrhaus Breslau, Lipník) und Lewin Heymann Barby (Dajan in Breslau). Großvater des Kommerzienrats Jonas Fränkel (1773-1846), Stifters des isr. Hospitals und des Jüdisch-theologischen Seminars.

Dokumente

  • ¯IH Warschau, Wrocław Nr. 124 Personalia Jonas-Josef Fränkel, 1755-1793 [= CAHJP Jerusalem, Mic. HM2/6079]
  • HStA Düsseldorf, Kleve-Mark, Akten 3872, Abschrift des Bankierprivilegs und seine Verkündigung in Kleve am 28. Dez. 1764
  • GStA Berlin, Gen. Dir. II, Materien: Judensachen Königsberg, Nr. 4547 Ablehnung des Gesuchs des generalprivilegierten Oberrabbiners und Handelsmanns in Breslau, J. J. F., zur Ansetzung seines Kommissionärs seiner Firma in Königsberg, 1765
  • Ebd., Rep. 21, Nr. 207 b 2 Fasz. 139, Landesrabbiner J. J. F. in Breslau wegen der Ehescheidung seiner Tochter Jüttel von dem Berliner Schutzjuden Jacob Meyer Benjamin, 1777
  • Ebd., Rep. 46 B, Nr. 203a, Paket 1 Generalschutz- und Handelsprivileg für den Breslauer Landesrabbiner J. J. F., Juni 1764
  • Ebd., Rep 97 A (Oberappellationsgericht) Prozeßakten
  • JM Frankfurt/M. PSR A 069, Sterberegister Breslau.

Publikationen

  • Halachische Korrespondenz mit Ezechiel Landau in dessen Noda‘ bIhudah, II, YD 104; EE 44 (datiert 1780)
  • Neunzehn Approbationen, datiert Slutsk 1742, Breslau 1754-1773, Berlin 1777, Breslau 1780-1792; Löwenstein, Index, S. 197.

Bildmaterialien

  • Porträtgemälde siehe Hintze, Schlesien, S. 119.

Literatur

  • Ha-Me’assef VII S. 78
  • Zunz, ‘Ir ha-s. ädäq, S. 162
  • Brüll, Jahrbücher 7, S. 186; 9, S. 96
  • Fschr. Grätz S. 252
  • Eisenstadt und Wiener, Da‘ath Qedošim, S. 109
  • Löwenstein, „Teomim“, S. 351f, 362
  • Über seine Nachkommen Heppner, Breslauer Gemeinde-Blatt 1925, Nr. 1
  • Heppner, Breslau, S. 10f
  • Ziątkowski, Breslau, S. 44
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 63.