BHR Biographisches Portal der Rabbiner

APOLANT, Samuel, Dr.

  • Geb. 14. Feb. 1823 in Wałcz (Deutsch-Krone), Prov. Westpreußen,
  • Gest. 4. März 1898 in Berlin
  • Sohn des Gastwirts Lewin A. und der Miriam Perl, Talmudstudium bis zum 17. Lebensjahr, dann nach Berlin zu humanistischen Privatstudien, 5. Okt. 1846 Externenabitur am Köllnischen Gymnasium
  • 28. Okt. 1846 imm. Berlin, während des Studiums freiwilliger Griechischlehrer am jüd. „Studienbeförderungs-Verein“. Nach dem akademischen Triennium Okt. 1849 Prediger in Potsdam, 23. Feb. 1850 prom. Halle, 18. Nov. 1850 Heirat mit Rahel (Recha) Chronegk (1827-1900), Tochter des Kaufmanns Samuel Leiser Ch. aus Berlin. 1851 Rb. in Potsdam, 1858 Prediger an der Meyerbeer-Synagoge in Berlin und Lehrer an der Gemeindetöchterschule, seit 1868 auch deren interimistischer Geschäftsführer. Mitglied im „Verein zur Unterstützung jüdischer Lehrer in Preußen“. Zu seinem Gedenken entstand die Samuel und Eugen Apolant-Stiftung (1903) zur Unterstützung jüdischer Lehrer.

Dissertation

  • De Hebraeorum judiciis a Mose usque ad primum Hebraeorum exsilium, Diss. Halle 1850.

Dokumente

  • AHU Berlin, Matrikel Rektorat 37, Nr. 229
  • UA Halle, Rep. 21-I, Nr. 23, Dissertation und Vita
  • CAHJP Jerusalem KGe 2/71 „Berlin“ Unterrichtsbuch des „Studienbeförderungs-Vereins“, geführt 1846-48 von A
  • UA Halle, Phil. Fak. II, Nr. 72, Bl. 16r-34v, Promotionsakten, mit den Berliner Studienzeugnissen.

Publikationen

  • Festrede zur Feier der silbernen Hochzeit des Prinzen und der Frau Prinzessin von Preußen, Potsdam 1854, 14 S
  • Rede zur Todten-Feier für Giacomo Meyerbeer, Berlin 1864
  • Bundesweihe. Festrede zur 150jährigen Jubelfeier der Chebrath-Mohalim in Berlin, gehalten in der Hauptsynagoge, 1866
  • Worte an der Bahre des Stadtrathes Moritz Meyer, 1869
  • Lehrbuch für den systematischen Unterricht in der jüdischen Religion, Berlin 1895
  • Leitfaden für den systematischen Unterricht in der jüdischen Religion, Berlin 1895.

Epigraphik

  • Seine Grabstätte und die seiner Frau befinden sich auf dem Friedhof Weißensee, Ehrenreihe, 14. und 15. Grab von rechts (Mitteilung von Ulrich Quandt). Das auf dem Stein angegebene Todesdatum ist der 5. September 1898.

Literatur

  • Orient 1850, S. 14; AZJ 1850, S. 85, Anstellung als Prediger in Potsdam
  • AZJ 1850, S. 85, danach Anstellung als Rb. im Januar 1850; ebd., S. 436 plant Gründung eines Pensionats; S. 615, seine ausgezeichnete Befähigung als Prediger
  • AZJ 1854, S. 584f, weiterhin „Prediger“
  • AZJ 1869, S. 89
  • Israelit 1869, S. 58
  • JE X 148
  • Gem.Bl. 8. 10. 1926, S. 216
  • Kaelter, Potsdam, S. 62f
  • Jacobson, Judenbürgerbücher, S. 341, Nr. 1745 Anm
  • Fehrs, Heidereutergasse zum Roseneck, S. 111, 116
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 618, 622.