BHR Biographisches Portal der Rabbiner

FRÄNKEL, Levi, auch Löb BERLIN

  • Geb. 1765 vermutlich in Breslau,
  • Gest. 30. Nov. 1815 in Frankfurt/M
  • Sohn des Rb. Saul Berlin in Frankfurt/Oder und der Sara Fränkel
  • seine Großväter waren väterlicherseits der brandenburgische Oberlandesrb. Hirschel Lewin und mütterlicherseits der schlesische Oberlandesrb. J. J. Fränkel. Schüler seines Vaters und seiner beiden Großväter, sowie des Rb. Jesaja Berlin in Breslau und des Oberrb. Pinchas Horwitz in Frankfurt/ M.
  • Rb. in Dubienka in Russ.-Polen, 1799 Oberlandesrb. für die schlesischen Provinzgemeinden mit Sitz in Breslau
  • in der Gemeinde stark angefeindet. Reist 1807 nach Paris zum Sanhedrin in der Erwartung einer Heilszeit, die Juden und Christen unter einen messianischen Oberhirten vereinen werde
  • 1809 legt er sein Amt nieder und tritt zum Katholizismus über. Die Taufe bald bereuend, verbarg er sich an wechselnden Orten und ersuchte den Berliner Vizeoberlandesrb. Meyer Weyl um Wiederaufnahme ins Judentum. In Frankfurt, wo er sich zuletzt um Buße bemüht hatte, starb er im jüd. Armenspital und erhielt in aller Diskretion ein jüd. Begräbnis.

Dokumente

  • ¯IH Warschau, Wrocław Nr. 125 Anstellung Löw Berlin, 1793-1807 [= CAHJP Jerusalem, Mic. HM2/6079].

Manuskripte

  • Meqor ha-Berachah über die 613 Gebote; ’Ayyäläth ’Ahavim [Prov. 5,19] und ’Äšäth Ne‘urim [Jes. 54,6], Auslegungen zur Mischna, Jugendwerke.

Publikationen

  • Hrsg. des ’Or ‘Enayyim von Sal. ben Abraham Peniel, mit eigenem Vorwort Kochav Nogah, Breslau 1807
  • Sendschreiben eines Jüdischen Rabbiners an seine Glaubensgenossen in Betreff der neuesten merkwürdigsten Ereignisse in der Christenwelt, Breslau 1807 (cf. Hintze, Schlesien, S. 35).

Literatur

  • Leeser Rosenthal, Yodea‘ Sefär, Amsterdam 1875, S. 16, Nr. 93
  • Landshuth, ’Anše Šem, S. 109f
  • Brann, „Landesrabbinat“, S. 266ff
  • Löwenstein, „Teomim“, S. 352
  • EJ dt. II 1210, VI 1087f
  • Hallah. mi, H. achme Yiœra’el, S. 219: „In seinem Leben voller Bitternis und Wut erging es ihm wie seinem Vater, dessen Leiden er nie vergaß. Neun Jahre lang führte er ein Wanderleben, irrte von einem Ort zum andern im Bemühen, unerkannt zu bleiben. Kam er in eine Stadt, setzte er sich ins Bet-Midrasch und studierte; sobald man entdeckte, wer er war, zog er eilends in eine andere Stadt“. Hallah. mi verschweigt die Taufe
  • Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. IX (1982), S. 133, Nr. 1353.