Gest. 21. Aug. 1884 in Ostrów Wielkopolski (Ostrowo), Prov. Posen
Sohn des Lehrers Eliakum F. und der Esther Breiter, mit 13 J. zum Talmudstudium an ungarische Jeschiwot, für ein Jahr in Leipzig am Gymnasium, 1852 in die Prima am kath. Gymnasium in Breslau, Abitur, 6. Mai 1856 imm. Breslau. Ordiniert von dem orthodoxen Breslauer Rb. Gedalja Tiktin, 1860 Rb. und Prediger in Wieleñ (Filehne), Prov. Posen, und Heirat mit Helene Ettlinger (1834-1902), der dritten Tochter des Altonaer Oberrb. Bewerber in Leszno (Lissa, 1864). 20. März 1865 prom. Jena. Sept. 1871 Rb. in Ostrów Wlkp. nach einstimmiger Wahl. Lehnt die ihm angebotene Nachfolge Frankels am Jüdisch- theologischen Seminar in Breslau aus religiösen Skrupeln ab. Die Stadt Ostrów benannte eine Straße nach ihm.
Dissertation
Ein Beitrag zur Geschichte der Ophiten, Diss. Jena 1865.- Aus dem Gutachten des Dekans Stickel: „Die Abhandlung soll darthun, daß die gnostische Secte der Ophiten keine christliche sey, sondern mit ihrem Ursprunge in das frühe Judenthum hinaufreiche, sich berührend mit Lehren der Cabbala und des Hauptwerkes dafür, des Sohar, und des Talmud“; UA Jena, M 391, Bl. 142-151, darin auch die Diss. (142 S.) und Vita.
Dokumente
CJA Berlin, 75 A Ra 5, Nr. 11, fol. 48, vom 7. Mai 1871: Der Vorstand in Rawicz versucht F. dazu zu bewegen, die Stelle in Ostrów abzulehnen.
Publikationen
Hrsg. des Midrasch Wehizhir, Teil I zu Ex, Leipzig 1873; Teil II zu Lev und Num, Warschau 1890. Nach der Münchner Hs. Mit Kommentar ‘Anfe Yehudah
Freimann, Ostrowo
Fragen an Jak. Ettlinger; in dessen Binyan S. iyyon Nr. 7, 31, 104, 107, 143.
Literatur
Israelit 1861, S. 244 über F. „mit seinem in unserer Zeit so seltenen talmudischen Talente und seiner schönen Rednergabe“
Isr. Wochenschr. 1872, S. 330
Lippe 1879/81, S. 111
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 772
Freimann, Ostrowo, S. 16
JE V 507
Heppner und Herzberg, S. 674, mit Bildnis
Wininger II 308
EJ dt. 1160f
EJ eng. VII 135
Bleich in Ashkenaz, the German Jewish Heritage, Yeshiva University Museum 1988, S. 110f