Sohn des rb. Gelehrten Zaduck Salomon F. (st. 1821) und der Friedrike Fürst, väterlicherseits Enkel des Hamburger Dajan Aron Salman Moses F. Besucht die Talmudklasse Nathan Ellingers an der Talmud-Tora-Schule, sodann das Johanneum und die Privatstunden bei Chacham Bernays, außerdem die Jeschiwa Jak. Ettlingers in Altona, 3. Mai 1830 imm. Bonn, dort neun Semester Studium bis zum SS 1834, privatiert längere Zeit in Frankfurt/M., ordiniert von dem dortigen Oberrb. Salman Trier. Oberlehrer der Israelitischen Religionsschule zu Hannover, neuorthodoxer Richtung gleich seinem Landesrb. N. Adler, der ihm ein Zeugnis „wegen Tüchtigkeit als geistlicher Redner“ ausstellt. Bewerber u. a. um das Rt. in Hanau (1832) und das Landesrt. in Kassel (1835), im Gespräch für das Berliner Rt. (1837)
1841 „zweiter Rabbiner und Prediger“ in Mainz, aber wegen Unstimmigkeiten mit der Gemeinde baldige Entlassung, 1842 prom. Leipzig. Rückkehr nach Hannover
1848 Direktor des dortigen jüdischen Lehrerseminars. Er war verheiratet mit Rosalie-Reizche Behrend (st. 1900), Tochter des Joseph B. und Enkelin des Hannoveraner Landesrb. Behrend Josua.
Dissertation
De Habacuci prophetae vita atque aetate, Phil. Diss. Leipzig 1842.
Dokumente
UA Bonn, Exmatrikel „Frensdorff, Salomon“, mit den Belegbögen und Zeugnissen
¯IH Warschau, Berlin 4, vertrauliche Information von I. M. Jost an den Berliner Gemeindevorstand, 7. Nov. 1837, über F., der „als Lehrer unter der Oberaufsicht eines Rabbinen, und wohl auch als Rabbiner bei einer kleinen, einflußlosen Gemeinde an seinem Posten sein dürfte“
StadtA Mainz, 70/1406 vom 28. Mai und 30. Juni 1841: Staatsernennung unter Vorbehalt einer Prüfung bei dem Prälaten Dr. Köhler in Darmstadt; Gehalt in Mainz auf 700 fl. festgesetzt
LHA Schwerin, Meckl.-Schw. Landesrabbinat, Nr. 57, vom 9. und 21. Juni 1853 Vorsteher A. J. Kauffmann schlägt ihn nachdrücklich für das Amt des Landesrb. vor, er habe Referenzen von N. M. Adler, Z. Frankel und S. R. Hirsch, von dem verstorbenen I. Bernays und vom Gemeindevorstand in Bonn.
Manuskripte
Jerusalem JNUL 8o 387 Mitschrift einer Disputation an der Hamburger Jeschiwa des Nathan Ellinger, 1817, 35 Bl
Ebd. 4o 69 und 8o 382 Kopien mittelalterlicher hebr. Handschriften, 1835 und 1865.
Publikationen
Wahlpredigt gehalten in der Synagoge zu Hannover, Hannover 1845
Darche ha-niqqud weha-neginoth ha-meyuh. as leR. Mošäh ha-Naqqedan. Fragmente aus der Punctations- und Accentlehre des hebräischen Sprache angeblich von R. Moses Punctator, mit Franz Delitzsch als Festschrift für Isaak Bernays, Hannover 1847, 92 S
„Aus dem Sefär ha-Zichronoth des Elias Levita“, MGWJ 12 (1863), S. 96-108
’Åchlah we’Åchlah, wehu’ h. ibbur meha-mesorah ha-gedolah. Das Buch Ochla w’Ochla (Massora) übersetzt und mit Erläuterungen und Anmerkungen versehen, nach der einzigen in Paris vorhandenen Handschrift hrsg., Hannover 1864, 188 + 71 S.; der Autor kopierte die Handschrift während eines mehrwöchigen Parisaufenthaltes
Mah. bäräth ha-Mesorah ha-Gedolah kefe ’ašär nidpesah beMiqra’oth Gedoloth we‘al pe kithve yad. Die Massora Magna nach den ältesten Drucken mit Zuziehung alter Handschriften, Teil I: Massoretisches Wörterbuch oder Massora in alphabetischer Ordnung, Hannover 1876, x + 20 + 384 S.
Literatur
Geiger, Nachgel. Schr. V 21-22, rühmt seine Persönlichkeit und Kenntnisse, erwählte ihn zeitweise zum Freund
IA 1841, S. 272 und AZJ 1841, S. 505f über die Mainzer Episode
Adreßbuch der Königlichen Haupt- und Residenzstadt Hannover und ihrer Vorstädte für 1849, Hannover 1849, S. 85: „Frensdorff, Sal., Dr. phil., Oberlehrer d. israel. Seminars, Rothereihe 10“
Schröder, Lexicon der hamburgischen Schriftsteller, Heft 7 (1853), S. 370f
ADB VII 303ff, XLVIII 737-739
Fuenn, Kenäsäth Yiœra’el, S. 331
Kayserling, Gedenkblätter, S. 21
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 752, mit Todesdatum 31. März 1880
Selig Gronemann, Predigt zur Feier des 100. Geburtstages von Prof. Dr. S. Frensdorff, 1903
L. Knoller, Worte der Erinnerung an Prof. Dr. S. Frensdorff, 1903
Duckesz, H. achme ’AHU, hebr. S. 92, dt. S. 32, über seine Familie
Gronemann, Genealogische Studien, Bd. I, S. 68, 73f
Wininger II 309f
Levi, Magenza, S. 67
Lazarus, „Kassel“, S. 598, er schien Vorsteher Dr. Jakob Pinhas unter den 20 Bewerbern der Befähigteste zu sein
Kressel, Läksiqon ha-sifruth ha-‘ivrith, Bd. II, 1967, S. 681
Brämer, Rabbiner und Vorstand, S. 166
Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 405, 424, 425, 464, 575.