Geb. 3. August 1829 in Œmigiel (Schmiegel), Prov. Posen,
Gest. 16. Nov. 1915 in Görlitz, Niederschlesien
Sohn eines Kaufmanns
seine Mutter stammte aus der Familie Sklower, den Stiftern der strengorthodoxen Breslauer „Sklower Schul“. 1842 zum Gymnasium nach Leszno (Lissa), dort auch Talmudschüler bei Dajan Jacob Hamburger, geht zum Studium nach Breslau, wo er zum Studentenkreis um Abr. Geiger gehört. Reifeprüfung, 30. Apr. 1849 imm. Breslau, 11. Nov. 1853 prom. das., Religionsschullehrer in Breslau, 27. Dez. 1856 Rb. in Görlitz
seit 1873 auch Religionslehrer an den höheren Schulen der Stadt. Mitglied der „Alliance Israélite Universelle“. 19. Jan. 1900 vom Kaiser mit dem Roten Adlerorden vierter Klasse geehrt.
Dissertation
De rebus die resurrectionis eventuris. Fragmentum ex libri cosmographico „Margarita mirabilium“ Sein ed-Dini Ibn al-Vardi e codd. mss. bibl. Vratislav. et Lugd. Batav. praemissis de auctoris vita, scribendi ingenio [...] primum editum, Latine versum notisque illustratum, Phil. Diss. Breslau 1853.
Dokumente
AU Wrocław, F 434, S. 95, mit Matrikeleintrag; F 458 Studentenregister.
Publikationen
Wie steht es mit eurem alten Vater? Antrittsrede zu Sabbat Chanuka 5617, Görlitz 1857.
Literatur
„Verzeichniß der [...] Synagogen-Gemeinden“, 1858, S. 34, nennt ihn in Görlitz nur als „Prediger“, für 263 Juden
AZJ 1859, S. 281ff, als Gründungsmitglied und erster Präsident des schles.-jüd. Lehrervereins
Lippe 1879/81, S. 113
Ost und West 1907, Sp. 69f, zum 50jährigen Amtsjubiläum
Nachruf in AZJ 79 (1915), 617-618 und Neues Lausitzsches Magazin 92 (1915), 237-238
Emil Berger, Rede an der Bahre unseres Rabbiner Dr. Siegfried Freund bei der Trauerfeier in der Synagoge zu Görlitz am 19. November 1915, Görlitz 1915