BHR Biographisches Portal der Rabbiner

FRIEDLÄNDER, Salomon, Dr.

  • Geb. 14. Okt. 1824 in Brilon, Westfalen,
  • Gest. 22. Aug. 1860 in Chicago
  • Sohn des Handelsmanns Abraham F. und der Philippine Schönthal, Enkel des Briloner Rb. Joseph F. Besuch der Isr. Grundschule, 1835 Gymnasium in Brilon, Coesfeld und Trier, an letzterem Ort zugleich Studien beim Ortsrabbiner, 1843 imm. Bonn, Mai 1844 imm. Heidelberg, März 1846 prom. Heidelberg, April 1846 Prediger in Brilon, 1846 kurzzeitig 2. Prediger bei der Reformgenossenschaft in Berlin, 1847 Prediger der Reformgemeinde in Münster, 1848 auch Lehrer am Marks-Haindorfschen Lehrerseminar. Opponiert gegen den orthod. Landesrb. Sutro
  • wird bei seinen vierzehntäglichen Predigten in der Synag. wiederholt von den Orthodoxen gestört, verlegt sich auf das Medizinstudium. 1855 Auswanderung in die USA mit Ehefrau Louise (geb. 1833), nach Überfahrt von Hamburg auf der „Borussia“ erreicht das Ehepaar am 18. Juni 1856 New York. 1860 Lehrer und Prediger der „Ansche Maarav“ von Chicago.

Dissertation

  • vertretend theol. Preisschrift Commentatio de duplice Psalmi XVIII exemplo.

Dokumente

  • StA Detmold, P 5, 115: Isr. Geburtsregister aus Brilon
  • CJA Berlin 75 A So 2 Nr. 19, Bl. 93f, Brief aus Bonn, 27. Feb. 1844, an Obervorsteher Hellwitz in Soest, mit Bitte um finanzielle Unterstützung
  • UA Heidelberg, H-IV-102/41, Bl. 26r-30v Prüfungs- und Promotionsakten, mit handschriftlichem Lebenslauf, März 1846
  • CJA Berlin, 1, 75 A Ka 1 Nr. 19 vom 5. Sept. 1844 „das unbefugte Predigen des stud. theol. Salomon Friedlaender in der Synagoge zu Heidelberg betr.“

Publikationen

  • Gutachten zugunsten Abr. Geigers, 4. Aug. 1842, in Rabbinische Gutachten über die Verträglichkeit der freien Forschung ..., Bd. I, S. 1-15
  • Geschichte des Israelitischen Volkes, 3 Bde. Leipzig 1847 (unvollendet); Apologie dieses Werkes in AZJ 1848, Nr. 6, Beilage
  • Predigten, gehalten im Tempel der Genossenschaft für Reform im Judenthume zu Berlin, 1847 [GJ Köln, Bla- Fri, Wandschrank]
  • Mein Verhältnis zur Reformgenossenschaft und mein Abgang von Berlin, Leipzig 1847, 42 S. [GJ Köln, Bm4-Fri, Wandschrank]
  • Geschichte des Münsterschen Seminars, 1850 (AZJ 1850, S. 572-576)
  • Der Verein für Westfalen und Rheinprovinz zur Bildung von Elementarlehrern und zur Beförderung von Handwerken und Künsten unter den Juden, Berlin 1850
  • Das Leben der Propheten, Bd. I, Leipzig 1850 (AZJ 1851, S. 430-432, 488f).

Literatur

  • AZJ 1845, S. 83f Polemik mit dem Heidelberger Rb. Sal. Fürst, der ihm die Betreuung während des Studiums verweigert habe
  • AZJ 1845, S. 537, richtet mit Heidelberger Studenten Empfang für Holdheim aus
  • AZJ 1848, S. 575, 603, Berufung an die Lehrerbildungsstätte in Münster
  • AZJ 1850, S. 554, 633, 668f, Polemik über seine Leistungen als Lehrer und Prediger. Er sei ein Mann, der „freilich mit schönen Phrasen, Alles in der heiligen Schrift, was auf dem Probirstein seiner Vernunft nicht echt oder was nach seinen Religionsgrundsätzen dem Zeitgeiste nicht mehr anpassend erscheint, über den Haufen wirft“ (S. 633f). So habe er die Gemeindespaltung nur verschärft
  • AZJ 1851, S. 185, schwere Konflikte mit Landesrb. Sutro
  • Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 803
  • JE V 518, danach geb. 23. Okt. 1825
  • Wininger II 341f
  • EJ dt. VI 1189, beide übernehmen das Geburtsdatum der JE
  • Germans to America, Bd. 10 (1990), S. 105
  • Brämer, Rabbiner und Vorstand, S. 167
  • Kollatz, „Westfälisches Judentum“, S. 106
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 428, 433.