BHR Biographisches Portal der Rabbiner

FRIEDMANN, Simon

  • Geb. in Vrbové (Werbau, Verbó), Slowakei
  • Schüler der Jeschiwa von Aron Kornfeld in Golčùv Jeníkov (Goltsch-Jenikau), Ostböhmen, 1849 Rb. in Libochovice (Libochowitz), Nordböhmen
  • 1858 bis nach 1888 Rb. in Cieszyn (Teschen), Österr.-Schlesien, mit dem Titel eines Kreisrb. für das gesamte Teschener Schlesien mit Ausnahme des Gerichtsbezirks von Bielsko-Biała (Bielitz)
  • zunächst war F. auch für die neugegründete Gemeinde in Moravská Ostrava (Ostrau) zuständig.

Dokumente

  • ŽM Prag, Nr. 67.967, Bewerbung in Velké Meziříčí (Groß-Meseritsch), datiert aus Libechowitz, 1. Aug. 1852
  • ÖStA/AVA Wien, Neuer Kultus, Israelitischer Kultus, D 5, eigenh. Brief vom 3. Sept. 1865 mit schönem Siegel („S. Friedmann Teschner Kreisrabbiner“) bestätigt, daß er Gymnasiasten im Talmud und in der rabb. Literatur unterrichte „und sie für das Rabbinat vorbereite“. Er habe gegenwärtig drei Schüler.

Publikationen

  • Israels Erinnerungen. Predigt bei der im isr. Tempel zu Teschen stattgefundenen Dankesfeier für die erlangte Besitzfähigkeit, Cieszyn 1860
  • Clangare anserum Capitolinum conservatum est, in AZJ 1861, Beilage 4
  • Denkrede auf die Frau Herzogin Hildegarde v. Österreich, Cieszyn 1864
  • „Die Vokalzeichen“, Neuzeit 1864, S. 69f
  • Durch welche Mittel kann Israel seinen Sieg auf Erden erfüllen?, Predigt in Golčùv Jeníkov, Cieszyn 1871
  • Festrede zur Feier des Allerhöchsten Geburtsfestes Sr. Majestät des Kaisers Franz Josef I. bei gleichzeitiger Einweihung der Orgel, Cieszyn 1882.

Literatur

  • AZJ 1857, S. 464f., 474, 475f., 535, 545, 505f.: Stellungnahmen zur von F. aufgeworfenen Chaliza-Frage
  • AZJ 1858, S. 539, 697 Anstellung in Cieszyn und Schulgründung
  • AZJ 1865, S. 665, über Synagogeneinweihung
  • Lippe 1879/81, S. 121
  • Neuzeit 1888, S. 403: „Dieser Herr stammt wohl aus der alten Schule (in Verbo in Ungarn geboren), doch ist er einer jener Kanzelredner, welcher mit dem Fortschritte geht, und mit dem Alten nicht gebrochen hat. Er spricht als wahrer Priester, er erbaut den Zuhörer, er electrisirt“
  • Gold (Hrsg.), Judengemeinden Böhmens, 1934, S. 375; danach amtierte er von 1850 bis 1859 in Libochovice
  • Janusz Spyra, „Rozwój organizacji ¿ydowskich gmin wyznaniowych na Œląsku Cieszyñskim“, in: Die konfessionellen Verhältnisse im Teschener Schlesien, hrsg. P. Chmiel und J. Drabina, Ratingen 2000, S. 128
  • Ders., „Židé v rakouském Slezsku“, S. 36
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 541.