BHR Biographisches Portal der Rabbiner

FRIESENHAUSEN, David

  • Geb. 1758 in Friesenhausen, Unterfranken,
  • Gest. 23. März 1828 in Alba Iulia (Karlsburg), Siebenbürgen
  • Sohn des Meier Cohen, Schüler der Fürther Jeschiwa mit besonderem Interesse für Mathematik und Naturwissenschaften, 1783 Heirat mit Mirl Ottensoos, Tochter des David O., die ihn nicht zum Studium freihalten will, weswegen er sich 1787 von ihr trennt und in Berlin niederläßt, wo er zehn Jahre lang als Hausrb. des Benjamin Halberstadt lebt. Auf seinen ausgedehnten Reisen ist er 1796 in Mattersburg (Mattersdorf) im Burgenland und kurz darauf in Pest anzutreffen, wo er sich als Kaufmann niederläßt. Versucht 1805, den Erzherzog von der Notwendigkeit eines Rabbinerseminars zu überzeugen, was von der Pester Gemeinde sabotiert wird. 1806 wird er Dajan in Huncovce (Hunsdorf), Slowakei, dann bis 1816 Dajan in Nové Mesto nad Váhom (Waag-Neustadtl).

Publikationen

  • Kelil ha-H. äšbon, Arithmetik und Algebra mit Kupferstichen und talmud. Ableitungen, Berlin 1796, 128 Bl.; 2. Aufl. Zhovkva (¯ółkiew) 1835
  • Mosdoth Teväl [Ps 18,16], Kosmologie nach dem kopernikanischen System, verfaßt 1798, Wien 1820 (im Anhang ethisches Testament und auf S. 89r-93r sein schon 1796 verfaßtes Projekt zu einem Rabbinerseminar).

Literatur

  • Orient 1848, S. 166
  • Fürst, Bibliotheca, Bd. I, S. 304
  • Leopold Löw, „Zur Rabbinerfrage in Ungarn, I: Die Seminarfrage“, Ben Chananja 1865, S. 6-7, 25-26
  • Steinschneider, Bodleiana, Nr. 4804
  • Wolf, Studien, S. 123 Anm
  • Duschak, Schulgesetzgebung, S. 171f
  • Fuenn, Kenäsäth Yiœra’el, S. 252
  • Schück, Mi-Mošäh we‘ad Mošäh, S. 38
  • JE V 521
  • Löwenstein, „Fürth“, II, S. 100
  • Ujvári, Magyar zsidó lexikon, S. 297
  • Wininger II 352
  • EJ dt. V 857
  • Meir Gilon, „R. David Friesenhausen between Haskalah and Hassidism“, in: The Rabbinical Seminary of Budapest, 1877-1977: A Centennial Volume, ed. Moshe Carmilly-Weinberger, New York 1986, p. 3-5, 19-54 (Hebrew section)
  • Kinstlicher, Hä-“H. atham Sofer“ uvene doro, S. 115, mit hebr. Schriftprobe
  • Carmilly-Weinberger, „Similarities“, S. 7
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 222, 289-291, 660.