Sohn des späteren Dessauer Rb. Joseph A., Jugendfreund und Hausrb. des Hofagenten Isaac Jacob Gans in Celle, dann Lehrer an dessen Fideikommißstiftung, auch „Rabbiner der Gemeinde“.
Dokumente
I. J. Gans versorgt ihn in seinem Testament vom 23. März 1797; siehe Asaria, Niedersachsen, S. 166.
Publikationen
Berith ’Avraham, Homilien und Talmudauslegungen, Berlin 1789 (lt. Wininger)
Torah kulah ‘al rägäl ’ah. ath, in drei Teilen: 1. Yoreh De‘ah, ethische Betrachtungen anhand der Naturwissenschaften; 2. Yavin Šemu‘ah, talmudische Autoritäten gegen das frühe Begräbnis; 3. H. äräv la-Šem, Verteidigung dieser Auffassung gegen S. Pappenheim, Berlin 1796, 61 S
Mar’eh ’Eš Auslegungen zu diversen Talmudstellen, postum hrsg. von seinem Sohn Moses Jakob Asch, Berlin 1803 (verdruckt zu 1833), 60 Bl. Enthält auch das Testament des Autors, verfaßt im 74. Lebensjahr.
Epigraphik
Bar-Giora Bamberger, Celle, S. 33.
Literatur
Steinschneider, Bodleiana, Bd. II, Sp. 666
Fuenn, Kenäsäth Yiœra’el, S. 12
JE II 169
EJ dt. III 424, unterscheidet einen A. A. in Celle von einem anderen in Zell bei Würzburg
Wininger I 156
EJ eng. III 694, unterscheidet ebenfalls zwei Träger des Namens; der letztere wirkte „at Zell, near Wuerzburg, in the bet midrash of Isaac Rans“
Streich, „Celle“, S. 24, 26; danach habe er an der Stiftung bis 1814 gewirkt (lt. Asaria, Niedersachsen, S. 158, lebte noch nach den napoleonischen Kriegen ein alter Rb. in der Celler Vorstadt)
Frdl. Mitteilungen von Frau Marlis Buchholz, Hannover, 1998
Feiner, Mahpechath ha-Ne’oruth, S. 369, über den Autor von Torah kulah: „Abraham Asch, einst ein ehemaliger Talmudgelehrter und nun ein radikaler Antiklerikaler, nutzte seine Erwiderung zu einer militanten Anklageschrift gegen die rabbinische Elite [...] Im Jahr 1805 ließ Asch in Berlin ein Buch in deutscher Sprache zugunsten der Religionsreform drucken“.