Sohn des Kaufmanns Marcus G., Besuch des Gymnasiums und des ersten Jahres der Philosophie in Modra (Modern), Slowakei, 1830-31 philosophisches Biennium an der Univ. Prag
Studium am Rabbinerseminar in Padua, um 1836 weitere Philosophiestudien in Prag. Okt. 1837 Rb. in Turnov, als solcher am 30. Aug. 1838 bestätigt
1843 (?) Rb. in Zagreb, Kroatien, führt dort 1846 die deutsche Predigt ein, was die Spaltung der Gemeinde provoziert. Trat 1850 zum Christentum über, legte sein Amt nieder und wurde Lehrer an einem kroatischen Gymnasium.
Dokumente
AUK Prag, Katalogí posluchažù, F. F., 1831b/68, Prüfungsregister der Karlsuniversität
SÚA Prag, ČG Vš., oddìlení 1836-1841, svazek 46/2/17, vom 23. Aug. 1836, über Bewerbung um das Rakonitzer Kreisrt
Ebd., svazek 46/2728, vom 28. Jan. 1837, über Bewerbung um das Czaslauer und Chrudimer Kreisrt
Ebd., svazek 46/2/12, vom 9. Juli 1838, über Bewerbung um das Leitmeritzer Kreisrt.; er sei 34 Jahre alt, seit neun Monaten Rb., hier noch ohne Doktorgrad
Ebd., svazek 46/2/40, über Aufnahme in Turnov
ÖStA/AVA Wien, Alter Kultus, Israelitischer Kultus, Karton 4, Böhmen, vom 29. Nov. 1838 Eingabe wg. Verleihung des Leitmeritzer Kreisrts
Ebd., vom 6. Febr. 1840 Denunziation gegen Rb. H. Hamburger in Česká Lípa (Böhmisch- Leipa), welcher nicht die nötige Qualifikation habe.
Publikationen
Hebr. Dichtungen „Gefühle eines lahmen Geistes beim Anblick der Morgenröte“ und „Vertrauen“, Bikkure ha-‘Ittim Bd. VI, S. 45f und 58f
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 745, nennt „Markus Goldmann, der sich später taufen ließ“, mit Jos. Weiße und Sal. Sachs als Mitarbeiter am Bibelwerk von Moses I. Landau in Prag
Erbauungsrede bei Einweihung des neuen Bethhauses der Israeliten zu Agram am 25. Sept. 1840, Zagreb 1840
Die lehrreiche Abschiedstunde bei der am 28. Feb. 1847 in der Synagoge zu Agram stattgefundenen Trauerfeier für ... Erzherzog Josef, Zagreb 1847
Rede zur Einweihung des Humanitäts-Vereins der erwachsenen Agramer isr. Jugend, Wien 1847.
Literatur
AZJ 1846, S. 427f. über seine deutschen Predigten; 1848, S. 449 über sein Engagement für die Emanzipation der Juden; S. 590 über die erstmalige Einführung eines Gebets in „ilirischer“ (kroatischer) Sprache
Steinschneider, Bodleiana, Bd. II, Sp. 1021; „nunc Exjud. atque Gymnasio cuidam Hungariae meridionalis aggregatus, ut intellexi a J. Weisse“
JE I 240
Kestenberg- Gladstein, Neuere Geschichte, S. 324f.