Sohn des Samson Joseph G. und der Jeannette Isaak Stuttgarter, bis 16 J. Untericht bei Privatlehrern und beim Mühringer Rb., dreijähriger Besuch der Fürther Jeschiwa mit Privatstudien in den Gymnasialfächern. Diplom des Fürther Bet-Din, Dez. 1820 akad. Vorprüfung in Stuttgart, dann zwei Jahre in Mühringen, wo er den Jeschiwastudenten Unterricht in weltlichen Fächern erteilt. WS 1822/23 imm. Würzburg für ein Jahr, zurück nach Mühringen, WS 1825/26 imm. Tübingen für ein Jahr als erster dortiger Student der mosaischen Theologie, 2. Nov. 1827 Staatsprüfung in Stuttgart, zum Rabbinatsverweser in Braunsbach eingesetzt. 11. März 1830 Heirat mit Sara Flehinger (1809-1837), Tochter des Rb. Veit F. in Bretten
bei seinem kargem Gehalt sei er „der bittersten Noth Preis gegeben“. Nach Zweiter Staatsprüfung am 3. Jan. 1835 Bezirksrb. in Lehrensteinsfeld, am 14. Febr. 1839 zweite Ehe mit Lina Flehinger (geb. 1812), der Schwester seiner verstorbenen Frau. 1844 Bezirksrb. in Freudental, wo er neben dem abgesetzten Altrb. Joseph Maier Schnaittach wirkt.
StA Ludwigsburg E 212/ 125, Personalakte aus Lehrensteinsfeld
Ebd., Best. E 201c, Büschel 53, Ordnungsstrafe von 3 fl. seitens der Oberkirchenbehörde, weil „er, dem gesetzmäßig das Vorsängeramt und die Leitung des Gottesdienstes obliegt, einen unbefähigten Mann als seinen Stellvertreter aufstellte“; mit G.s Rekurs an den König vom 27. Okt. 1847
StA Marburg, 100/3725, vom 16. Okt. 1853 erwähnt Bewerbung in Fulda.
Publikationen
Israels Trost und Hoffnung, Predigt am 31. Juli 1841, Heilbronn 1841 [Expl. JNUL 80-B- 1055]; die Schrift ist Teil einer Adresse an Moses Montefiore und propagiert die jüdische Kolonisation Palästinas; Rez. IA 1841, S. 392; Antwort Montefiores aus London vom 8. Nov. 1841 in Orient 1842, S. 17
Verschiedene Artikel gegen Judenfeinde im Beobachter, z. B. Nr. 39 (1845) und Nr. 209 (1850), die politisch verdächtigt wurden; siehe StA Ludwigsburg E 212/121
Die Glaubens- und Sittenlehre des Talmuds nebst Erklärungen der Heiligen Schrift, 1854.
Literatur
IA 1841, S. 223, Gründung eines Lesevereins gemeinsam mit den Lehrern und gebildeten Juden seiner Gemm
Orient 1844, S. 35f, Einsetzung in Freudental
AZJ 1851, S. 490f, über G., „der sich emsig literarisch beschäftigt; er bewacht aber sein literarisches Geheimniß, wie der Riese den Nibelungenhort“
AZJ 1854, S. 272f; 1855, S. 295, über sein Buch, das ihm staatl. Belobigung einbringt
AZJ 1856, S. 323f, 344, 378, Nachruf, Auktion seiner Bibliothek
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 771, 805
Wininger II 542
Tänzer, Württemberg, S. 72
Franke, Heilbronn, S. 67, 75
Sauer, Württemberg, S. 53, 81, 120
Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 245, 249, 311, 464, 486, 489.