Gest. 27. Sept. 1780 in Stare Szkoty (Altschottland) bei Danzig
Sohn des Rb. Samuel-Sanwil A., der seit 1751 als kurkölnischer Landesrb. in Bonn wirkte. Mit 18 J. [1732] Rb. in Fordon, Großpolen, 1752 Rb. der westlichen Danziger Vorstadtgemeinden Stare Szkoty, Winnica (Weinberg) und Wrzeszcz (Langfuhr), Leiter einer wichtigen Jeschiwa. Infolge der 1. polnischen Teilung (1772) wählen ihn die westpreußischen Gemeinden 1778 zu ihrem Landesrb.
Publikationen
Sidre T. åhorah, Ritualkompendium über Šulh. an ‘Aruch Nidda und den entsprechenden Talmudtraktat, sowie Talmudauslegungen über H. alis. ah und T. evilah, Berlin 1783, 110 Bl.; Brzeg Dolny (Dyhernfurth) 1798, 69 Bl.; 1817, Lemberg 1837; Sudilkov 1836; Wilna 1880; 1928; aufgenommen in die Šulh. an ‘Aruch-Ausgabe Jerusalem 1966. Das Vorwort seines Sohnes Juda enthält biographische Daten und einen ausführlichen Bericht über A.s gescheiterte Berufung nach Bonn. Sein Vater hatte ihn kurz vor seinem Tod im Jahr 1767 zu seinem Nachfolger als Landesrb. von Kurköln, Westfalen und Münster bestimmt. Drei Gesandte dieser Judenschaften reisten nach Danzig, um ihm den „Rabonusbrief“ persönlich zu überreichen. Der in seiner Gemeinde sehr beliebte Rb. nahm die Berufung an, ungeachtet der inständigen Bitten und Versprechen der Gemeindeangehörigen, die in A.s zweiter Frau, einer gebürtigen Danzigerin, eine Fürsprecherin fanden. Er ließ Bücher und Hausrat zu Schiff nach Amsterdam und auf Ochsenwagen nach Bonn transportieren und machte sich dann mit seiner Familie selbst auf den Weg. Als ein großer Teil der Gemeinde, „arm und reich, groß und klein“ klagend und flehend über Berg und Tal neben seinem Gefährt herlief, habe er unter Tränen ausgerufen: „Dieses Volk, unter dem ich weile, ist wahrhaftig das Volk des Herrn!“ und sei nach Danzig zurückgekehrt
Šiyyure Läqät. , zum Šulh. an ‘Aruch OH, Abschnitt Panim wenoœe‘ kelaw, Warschau 1840 u. ö
Drei Approbationen, datiert aus Hafenbruck bei Danzig, 1765-75; bei Löwenstein, Index, S. 23.
Epigraphik
Domañska, ¯ydzi znad Gdañskiej Zatoki, S. 61: „Pochowany został na starym cmentarzu gminy, niestety, jego grobu ju¿ nie ma“.
Literatur
Auerbach, Halberstadt, S. 71
Michael, ’Or H. ayyim, S. 158f
Lewin, Lissa, S. 231
Wininger II 143, danach geb. 1714 in Danzig
EJ dt. III 466
Domañska, ¯ydzi znad Gdañskiej Zatoki, S. 57, 61f.