Geb. 29. Aug. 1835 in Schmieheim bei Offenburg, Baden,
Gest. 10. Jan. 1901 in Wandsbek bei Hamburg, Schleswig-Holstein
Sohn des Handelsmanns Simon H. und der Chaindel Ginsburger, einer Tochter des Orts- und Bezirksrb. Joseph G.
besucht das Lyzeum in Karlsruhe und betreibt Talmudstudien bei dem Oberratsmitglied Rb. Josel Altmann. 8. Sept. 1856 Abitur in Karlsruhe, im selben Jahr nach Würzburg zur Jeschiwa von Rb. S. B. Bamberger, April 1857 imm. Würzburg und vier Semester Studium, 29. März 1859 Abgangszeugnis der Universität
versieht Hauslehrerstellen in Karlsruhe und in der Nähe von Magdeburg. Ordiniert von Bamberger, März 1860 Rabbinerprüfung vor dem bad. Oberrat in Karlsruhe. 1861 an der Talmud-Tora-Schule in Hamburg Lehrer für Hebr., Frz. und Geschichte. Auf Empfehlung von Oberrb. Ettlinger 1863 Rb. in Wandsbek. Verheiratet in erster Ehe mit Rike-Hanna Hirsch (1843-1872) aus Hamburg, in zweiter mit deren Schwester Rosa Hirsch (gest. 1909). Über die Aufsichtsbefugnis des Altonaer Oberrb. kommt es 1894-96 zu einem Kompetenzstreit. Sein Sohn Siegmund H. (1880-1964) war Rb. in Würzburg.
Dokumente
UA Jena, M 377, Bl. 80-85, abgewiesenes Promotionsgesuch, Sept. 1862. Die eingereichte Dissertation Die theilweise Uebersetzung und philologische Erklärung des Buches Hiob (Cap. III - Cap. XLII v. 6) sei „ganz verfehlt“
StA Marburg, Best. 307d, Nr. 96 I, abgewiesenes Promotionsgesuch; die Dissertation Ueber die Verehrung der Eltern, übersetzt aus dem Griechischen des Philo sei ungenügend (frdl. Mitteilg. von Herrn Dr. Gottfried Mehnert).
Epigraphik
Bar-Giora Bamberger, Wandsbek, S. 54, Nr. 19a; Gräber der Ehefrauen, Nr. 19b und 89.
Literatur
Lippe 1879/81, S. 169
Duckesz, H. achme ’AHU, Nr. 141, hebr. S. 147f, dt. S. 52
Zeev Aron, Hamburg Moledathi, New York 1967, S. 83
Louven, Wandsbek, S. 80-83
Helmuth Frikke u. a., Wandsbek in Wort und Bild, Hamburg 2000, S. 17, er traute am 14. Sept. 1886 Sigmund Freud und Martha Bernays, die Enkelin des Chacham.