Michaelis 1829 zum Christianeum in Altona, Michaelis 1832 zum Christianeum in Braunschweig und über fast vier Jahre parallele Talmudstudien bei Rb. S. Egers (der ihn ordiniert). Herbst 1835 imm. Kiel
1836 Rückkehr nach Altona, dort bekannt mit S. L. Steinheim
1. Feb. 1838 prom. in Kiel, noch im selben Jahr Anstellung als Rb. in Glückstadt. Bewerber in Swarzêdz (Schwersenz), Prov. Posen (1842). 1845 Landesrb. für die Hzmer. Bremen und Verden (Kgr. Hannover) mit Sitz in Bremervörde und 350 (später 450) Tl. Gehalt. Anhänger der konservativen „Theologen-Versammlung“ (1846) Z. Frankels. 1848 Verlegung des Rabbinatssitzes nach Stade, dort Talmudlehrer für Lehramtskandidaten. 1853 erneute Verlegung des Rabbinatssitzes nach Geestemünde, 27. Juni 1853 Vertrag mit der dortigen Gemeinde über die zusätzliche Versehung des Amtes eines Unterrabbiners, Schullehrers und Vorsängers.
Dissertation
Aggadae talmudicae conspectus, Diss. Kiel 1838; Ms. im LA Schleswig, Abt. 47.7, Nr. 19. Die akademische Vita betont die Förderung durch den Kieler Orientalisten Justus Olshausen (1800-1882), „cujus amicitia et maxima in me benevolentia et de summis rebus certior factus sum, et ad studiose literas persequendas valde incitatus“.
Dokumente
LA Schleswig, Abt. 65.2, Nr. 3396, Personalakte 1840-47; darin 1. Aug. 1842 Petition um bessere Stellung mit dem unrichtigen Hinweis: „Ueberhaupt bin ich nicht allein der erste, sondern auch bis jetzt der einzige studirte Rabbiner hier im Lande“ (d. i. Schleswig-Holstein)
LA Schleswig, Abt. 19, Nr. 421 enthält Konzepte verschiedener Empfehlungsschreiben des Generalsuperintendenten Herzbruch in Glückstadt für H., namentlich ein Gesuch um Aufnahme in den Staatsdienst (am 1. Mai 1841 von der schles.-holst.-lauenbg. Kanzlei abschlägig beschieden), und eine Empfehlung nach Stade vom 20. Okt. 1845
StA Stade, Rep. 80a, Tit. 45, Nr. 24, Anstellung im Kgr. Hannover
StA Hamburg, Cl. VII, Lit. Hf, Nr. 5, Vol. 6c Acta betr. die abgewiesenen Gesuche der im Christenthum geborenen und erzogenen Mathilde Grell, um Aufnahme in das Judenthum, worauf dieselbe in Stade zum Judenthum übergetreten ist und sich mit dem hiesigen Juden Phil. Lazarus Hertz verehelicht hat, 1850-51, über diese Affäre um die Aufnahme einer vom Hamburger rb. Gerichtshof abgelehnten Proselytin vgl. AZJ 1851, S. 160
HStA Hannover, Hann. 108, Akten der Ständeversammlung (lt. Mitteilg. von Frau Marlis Buchholz, Hannover), Petition von 1851 wg. Förderung des jüd. Schulwesens.
Manuskripte
LA Schleswig, Abt. 65.2, Nr. 3396, enthält „Predigt gehalten in der Synagoge zu Glückstadt am Krönungstage Sr. Majestät des Königs Christian des Achten und Ihrer Majestät der Königin Caroline Amalia, den 28. Juni 1840; ferner einen Vorschlag zur Aufteilung Schleswig-Holsteins in drei Rabbinatsdistrikte, 20. Juli 1840.
Publikationen
Predigt, gehalten in der jüd. Synagoge zu Glückstadt am Krönungstage Sr. Majestät des Königs Christian VIII. und Ihrer Majestät der Königin Caroline Amalie, Kiel 1840
„Die Nothwendigkeit einer Bearbeitung des Thalmuds vom orthodoxen Standpunkte aus“, IA 1840, S. 264f, u. a. Aufsätze in den Israelit. Annalen (hrsg. Jost) sowie im Asiatischen Journal
Fragen und Bemerkungen, veranlasst durch die Schrift des Hrn. Carl Valentiner, Diaconus in Crempe, „Über die Aufnahme der Juden in den christl. Staat“, Altona 1841 (vgl. IA 1841, S. 111)
Die Erbsünde vom sittlich-religiösen Standpunkte des Judenthums. Mit besonderer Beziehung auf die vom Bischof Dr. Sartorius in seiner „Lehre von der heiligen Liebe“ ausgesprochene Theorie, Kiel 1843
Das neue Krankenhaus der isr. Gemeinde in Hamburg, erbaut von Salomon Heine, Hamburg 1843
Die Grundwahrheiten des Judenthums in kurzer Uebersicht dargestellt, Stade 1851
Rabbinische Chrestomathie für Universitäten, Seminarien und jüdische Volksschulen, Hannover 1856 [Expl. GJ Köln, Bla-Hei]; Rezension Ben Chananja Bd. I, S. 41.
Literatur
AZJ 1838, S. 532; 1845, S. 609; 1846, S. 563; 1848, S. 432; 1849, S. 550; 1850, S. 140
Ausschreibungen von Lehrerstellen AZJ 1846, S. 359; 1855, S. 250, 289; 1856, S. 206; 1860, S. 286, 302
TZW 1845, S. 16
Synagogeneinweihung am 31. Aug. 1858 in Verden; AZJ 1858, S. 615 (vgl. Asaria, Niedersachsen, S. 211)
Jeschurun 17 (1930), S. 465f
Asaria, Juden in Niedersachsen, S. 184f; nach Einschätzung der Landdrostei mangele es ihm zwar nicht „an Eifer und Tätigkeit“, er lasse aber bisweilen „die erforderliche Ruhe und Umsicht“ vermissen. Text des Vertrages aus Geestemünde ebd., S. 191-194, dazu Brämer, Rabbiner und Vorstand, S. 136