Sohn des Metzgers Bär H. und der Ganna, WS 1836/37 imm. Tübingen, 16.-21. Aug. 1841 Erste Dienstprüfung in Tübingen mit Note IIIa, seither Vikar des Stadtrabbiners Joseph Maier in Stuttgart, 1842-44 auch Hofmeister bei Hofrat Marx Pfeiffer. 5. Feb. 1844 Zweite Dienstprüfung, Nov. 1844 Rabbinatsverweser und 9. Mai 1846 Bezirksrb. in Jebenhausen b. Göppingen, 1848 Verheiratung mit Babette Hahn (1824-1909), seit 1862 verschiedentlich Mitglied der Prüfungskommission für Rb. Nimmt seit April 1868 seinen Wohnsitz in Göppingen
mit Erlaß vom 27. Okt. 1874 wird das Rabbinat auch offiziell in die Stadt verlegt. Zum siebzigsten Geburtstag 1885 wird ihm das Ritterkreuz zweiter Klasse des Friedrichsordens, zum fünfzigjährigen Amtsjubiläum 1894 der Titel eines Kirchenrats verliehen. 1895 tritt er in den Ruhestand.
Dokumente
StA Ludwigsburg, E 212/138, Prüfungsakten
HStA Stuttgart Best. E 201c, Büschel 51, Akten über Auszeichnung, 1885-1894. Darin Bericht der Oberkirchenbehörde vom 26. Okt. 1885 mit Biographie und Würdigung, die z. T. in der offiziellen Laudatio übernommen wird: „Er steht vermöge seines lauteren Charakters und seines gebildeten Wesens, seiner Diensttreue und seines loyalen und würdigen außeramtlichen Benehmens unter den Landrabbinern obenan. Seine Familien- und Vermögensverhältnisse (er ist ohne Kinder) sind durchaus geordnet. Das Oberamt Göppingen bezeugt ihm, daß er in allen Kreisen der dortigen Bevölkerung in hoher Achtung steht und daß in erster Linie ihm das Verdienst gebührt, wenn das Verhältnis der israelitischen Kirchengemeinde und ihrer Angehörigen zu den christlichen Bekenntnissen ein in jeder Hinsicht ungetrübtes und würdiges ist“. Unter dem 28. Nov. 1894 Original des Dankesbriefs an den König.
Publikationen
Zwei Predigten bei der Synagogen-Weihe zu Jebenhausen, 1863
Rede bei dem Trauergottesdienste des Königs Wilhelm I. von Württemberg, Göppingen 1864
Die bürgerlich-staatliche und die religiös-moralische Freiheit, Fördernisse und Hemmnisse derselben. Zwei Predigten, Esslingen 1879
Israels Trost und Hoffnung gegenüber der gegenwärtigen socialen Judenfrage, Predigt, Stuttgart 1880.
Epigraphik
Abbildung des Grabsteins bei Bamberger, Jebenhausen und Göppingen, Nr. 217. Die Inschrift ist in deutscher Sprache abgefaßt.