HORWITZ, Hirsch (hebr. Zwi-H.), gen. Mah. aneh Lewi
Geb. 1754 in Polen,
Gest. 8. Sept. 1817 in Bockenheim b. Frankfurt/M
Sohn des späteren Frankfurter Oberrb. Pinchas H., in erster Ehe verh. mit Sara Kahana Rapoport (gest. 1796), einer Tochter des Rb. Abraham Jekutiel Salman Hakohen Margulies aus Brody, in zweiter Ehe 1796 mit Täubge Landau aus der Familie des Prager Oberrb.
Vertreter seines Vaters in der Leitung der Gemeindejeschiwa in Frankfurt/M.
als Nachfolger seines Vaters durch einstimmige Wahl 1805 Oberrb. in Frankfurt/M.
Anhänger des Pilpul, verteidigt in der Jugenderziehung Raschi gegen Mendelssohn. Wird während der napoleonischen Zeit von Fürstprimas Dalberg aus der Gemeindeverwaltung ausgeschlossen
die „Neue Stättigkeits- und Schutz-Ordnung“ vom 30. November 1807 verhängte sogar ein Lehrverbot gegen ihn. Ein enttäuschendes Gespräch mit dem Oberrb. habe Dalberg gegen diesen eingenommen. Von seinen Söhnen wurde Jakob-Josua Rb. in Zalishchyky (Zaleszczyki), Ostgalizien, und David-Josua Rb. in Frauenkirchen, Burgenland.
Dokumente
StadtA Frankfurt/M., Israelitisches Bürgerbuch 1812, S. 1: Bei der Emanzipation 1812 leistet er mit seiner zweiten Frau den Bürgereid
JNUL Jerusalem, cod. 8° 210 Nachruf auf ihn, gehalten in Bingen, 14 Bl.
Manuskripte
Jerusalem JNUL 4° 194 Auslegungen zu den Aggadot, 1804-1805. Friedberg, S. 17, nennt die unveröffentlichten Werke Œefath ’Ämäth zum Talmudtraktat Shevu‘oth, Miqs. oa‘ ha-Torah zu HM, Hilchoth Rabbathi zu den Halachot, Birkath ha-Torah zur Bibel.
Publikationen
Vermischte Talmudauslegungen in Pinchas Horwitz, Ketubbah, Offenbach 1787, und Neuauflagen
Mah. aneh Lewi, Talmudauslegungen, mit Beiträgen seines Bruders Meir-Jakob H. und seines Neffen Zwi-Josua b. Samuel-Schmelke H., Offenbach 1801, 100 Bl. [Expl. AIU Paris, H 1743B], Zhovkva (¯ółkiew) 1816, Sudilkov 1835, Ed. 1861 [Expl. AIU Paris, H 5858B]
Lah. ame Thodah, Homilien, Offenbach 1816, 268 Bl. [Expl. AIU Paris, H 6759]; aufschlußreiche Stellen über den Niedergang des traditionellen Erziehungswesens in der Frankfurter Gem. wiedergegeben bei Assaf, Meqoroth, Bd. I, S. 159-161
Käräm Šelomoh, über das Zizith-Gebot, mit Gedole S. evi, Responsen, Zhovkva 1869, 40 S
H. omär ba-Qodäš, 25 Responsen, Zhovkva 1876, 48 S
Halachische Korrespondenz mit Akiba Eger, in dessen Responsen, I, Nr. 5
Zwei Approbationen, datiert Frankfurt 1807-1814; Löwenstein, Index, S. 74.
Epigraphik
Grabstein Nr. 4541, bei Horovitz, Inschriften, S. 582, Nr. 4847.
Literatur
Steinschneider, Bodleiana, Sp. 2752
Walden, Šem ha-Gedolim hä-h. adaš, S. 39
Fuenn, Kenäsäth Yiœra’el, S. 281
Eisenstadt und Wiener, Da‘ath Qedošim, S. 180, mit dem Memorbucheintrag für seine erste Frau
JE VI 472
Dietz, S. 157-158
Friedberg, Toledoth mišpah. ath Horowis. , S. 16-18: „Er, der noch das jüdische Frankfurt in all seinem Glanz gesehen hatte, wurde auch zum Zeugen seines Niedergangs“
EJ dt. VIII 246, mit Sterbetag 7. Sept. 1817
Eliav, Jüdische Erziehung, S. 191f, 199
EJ eng. VIII 1006
Katz, Out of the Ghetto, S. 153f
Arnsberg, Neunhundert Jahre, S. 59, 63-73, mit Photographie der Unterschrift S. 65
Arnsberg, Frankfurter Juden III (1983), S. 210-212
Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. IX (1982), S. 135, Nr. 1376
Kinstlicher, Hä-“H. atham Sofer“ uvene doro, S. 347f, mit Reproduktion eines handschriftlichen Chawer-Diploms
Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 91, 106, 146, 161f, 195, 233.