Nach eigener Aussage dreijähriges Studium bei Oberrb. Rapoport in Prag
1849 Religionslehrer und Vorbeter in Ribnitz, Vorpommern, 1854 Rabbinatsverwalter und Religionslehrer in Lidzbark Warmiñski (Heilsberg), Ermland, hält dort auch Kanzelvorträge
1858 Rb. in Stargard Szecziñski (Stargard in Pommern). Vom Gemeindevorstand wurde ihm der Prozeß gemacht. „Der im Jahre 1859 in Pommerisch Stargardt angestellt gewesene Rabbiner M. Hulisch wurde beschuldigt, daß er sich wahrheitswidrig für einen Sohn des jüdischen Lehrers Hulisch zu Heilsberg, gegenwärtig in Bromberg, ausgab, daß er vielmehr Baruch Israel heiße, in Rußland geboren sei und nachdem er sich dort vor mehr als 21 Jahren verheirathet und seine Ehefrau verlassen hatte, jetzt eine zweite Ehe mit einer Preußin eingehen wolle. Hr. M. H. verlor seine Stelle und wurde verflossenen Sommer sammt seiner russischen Gegnerschaft hier vor Gericht gestellt“ (Israelit 1861, S. 22). H. wurde freigesprochen
amtiert später kurzzeitig in Roudnice nad Labem (Raudnitz a. d. Elbe), Böhmen.
Dokumente
CJA Berlin, 75 A Sta 2, Nr. 45, Wahl auf 2 Jahre; Amtswohnung mit zwei Zimmern
Ebd., 75 A, Sta 2 Nr. 46, mit Bericht des Vorstands an den Magistrat vom 9. Okt. 1859 (34 Bl.) zur Rechtfertigung der Entlassung. H. sei illegal aus Russisch-Polen eingewandert und habe von dem 90jährigen blinden Rb. Abr. Stein in Danzig ein Rabbinatsdiplom erschlichen
Ebd., 75 A Sta 2 Nr. 8 vol. II, mit Antrag auf Schadensersatz sowie Zeugnis vom 26. Dez. 1860; Klage über böswillige Verleumdungen gegen ihn.
Literatur
Fehrs in Heitmann und Schoeps (Hrsg.), Juden in Pommern, S. 337.