Geb. 3. Jan. 1842 in Dobrzany (Jakobshagen) bei Stettin,
Gest. 1925 in Zagreb, Kroatien
Sohn des Kaufmanns Meyer J. und der Sara Goldberg, mit 6 J. zu seinem Großvater, dem Rb. Goldberg in der Nähe von Warschau. Nach dem Tod des Vaters 1852 mit der Mutter nach Berlin, dort Schüler von Rb. Rosenstein am Bet-Midrasch, April 1854 zum Gymnasium am grauen Kloster, Herbst 1859 zum Köllnischen Gymnasium, dort am 28. Mai 1862 Reifezeugnis. 29. April 1862 imm. Berlin und drei Jahre Studium
29. Mai 1865 prom. Halle. 1867 Rb. in Zagreb (Agram), dessen Hauptsynagoge im selben Jahr erbaut worden war. Er erlernte rasch die kroatische Sprache, die zwei Jahre vor seiner Ankunft (1865) in der jüd. Schule an die Stelle des Deutschen getreten war, und führte sie als alleinige Amtssprache im Gemeindeleben, seit 1885 auch im Synagogengottesdienst ein.
Dissertation
De loco feminarum apud Iudaeos antiquissimos maxime matrimonii contrahendi ratione habita, Diss. Halle 1865 (Druckausgabe Über die Stellung des Weibs im Judentum. Mit besonderer Berücksichtigung der Eheschliessung, wie sie uns in den Schriften des Alten Testaments vorliegt, Berlin 1865).
Dokumente
UA Halle, Rep. 21-I, Bd. 49, Diss., mit Vita; Rep. 21-II, Bd. 102, fol. 274-288, Promotionsakten. Prof. Gosche moniert an der Diss. „das starke apologetische Interesse, welches vorzugsweise in der Bekämpfung Holdheims und Geigers hervortritt“, doch „im Hebräischen zeigte er sehr gute, über den gewöhnlichen rabbinischen Gesichtskreis hinausgehende Kenntnisse“
CJA Berlin, 1, 75 A Ma 1 Nr. 17 vom 15. Aug. 1867 Bewerbung in Mirosławiec (Märkisch-Friedland), Prov. Westpreußen
Ebd., 75 A Ste 3 Nr. 67, fol. 19, Bewerbung in Stettin.
Publikationen
Worauf haben wir bei der Erziehung unserer Kinder zu achten?, Predigt, Zagreb 1862, 15 S
Rede, gehalten bei der Feier des 15jähr. Allerhöchsten Regierungs-Jubiläums Sr. Majestät des Kaisers u. Königs Franz Josef I., Zagreb 1873
Rede bei der Übernahme der Centralfriedhofs- Abtheilung für die Israeliten, Zagreb 1879
Rede gehalten bei der Feier des 25jährigen Allerhöchsten Hochzeits-Jubiläum Ihrer k. u. k. apost. Majestäten Franz Joseph I. und Elizabeth Amalie, Zagreb 1879
Zalobna propovjed kod sluzbe bozje u spomen blagopokojne kraljice Jelisave, Zagreb 1898
Hebrejska pocetnica za skolu i za samouke, 2. Aufl. Zagreb 1907, 53 S.
Bildmaterialien
JNUL Jerusalem, Schwadron Collection (Bildnis).
Literatur
AZJ 1867, S. 341, Ausschreibung der Rabbinerstelle in Zagreb
Lippe 1879/81, S. 198, als „Jacobi, Joseph, Dr.“- JE I 240
JL IV,2, Sp. 1529
Wininger III 229, datiert seine Berufung nach Zagreb ins Jahr 1870
Zvi Loker (Hrsg.), Pinqas ha-Qehilloth: Yugoslawyah, Jerusalem 1988, S. 131: „Dr. Hosea Jacobi, geboren in Königsberg, war ein Schüler Rabbi Esriel Hildesheimers [sic: Verwechslung mit Osias Goldberg?]. Er trug zum Aufblühen der Gemeinde bei und führte den modern-neologischen Synagogenritus ein, der bis zur Zerstörung im Jahr 1941 in Gebrauch bleiben sollte“.