BHR Biographisches Portal der Rabbiner

KARPELES, Moses Hakohen gen. PRÄGER

  • Geb. 1765 in Prostìjov (Proßnitz), Mähren,
  • Gest. 19. Jan. 1837 in Boskovice (Boskowitz)
  • Schwiegersohn einer angesehenen Kaufmannsfamilie seines Heimatorts, betätigt sich nach dem Tod seines Schwiegervaters im Geschäft. „Durch Aneignung profanen Wissens ist er seiner Zeit voraus“ (Gold, S. 520). Freund von Moses Sofer während dessen dortiger Amtszeit. Als dessen Nachfolger 1801 Rb. in Strážnice (Straßnitz), 1806 Rb. in Kromìříž (Kremsier), legt das Amt wegen eines liturgischen Streites nieder, 1814 Rb. in Ivančice (Eibenschütz), 1826 Rb. in Boskovice und Leiter einer bedeutenden Jeschiwa. Seine Frau war Titl Grünbaum (gest. 1855)
  • seine Söhne Mordechai und Lazar wurden Rb.
  • seine Tochter Nechoma heiratete Rb. Juda Schmiedl.

Manuskripte

  • „Vor seiner Berufung nach Kremsier sendet er dem mähr. Landesrabbiner M. Benet einen Teil seiner talmudischen Abhandlungen zur Begutachtung“ (Gold, S. 520). Schüler. Hirsch Fassel, Leopold Löw, Moritz Eisler u. a.

Publikationen

  • Frage an Moses Sofer, in dessen Responsen OH Nr. 89.

Epigraphik

  • Grabinschrift bei Frankl-Grün, Kremsier, I 86.

Literatur

  • Frankl-Grün, Kremsier, III 18ff
  • Freimann, JJLG XV, S. 42
  • M. Stein in Jahrbuch des traditionstreuen Rabbinerverbandes in der Slovakei 1 (1923), S. 101f
  • Gold (Hrsg.), Judengemeinden Mährens, 1929, S. 127, 135, 186, 297, 520 (Geburtsjahr danach 1769; er sei schon 1799 unmittelbar nach Moses Sofers Weggang nach Strážnice berufen worden, in Boskovice seit 1828)
  • EJ eng. IX 1153, danach seit 1826 in Boskovice
  • Kinstlicher, Hä-“H. atham Sofer“ uvene doro, S. 287
  • Bránský, Židé v Boskovicích, S. 251, über sein Haus Nr. 48, heute ul. Velenova 8; er kam spätestens 1827.