BHR Biographisches Portal der Rabbiner

KOHN, Michael Lazar

  • Geb. 2. Febr. 1811 in Miroslav (Mißlitz), Mähren,
  • Gest. 18. März 1893 in Písečné (Piesling)
  • Enkel des Ortsrb. Jakob Schäfer, besucht die Jeschiwa des Juda-Löb Freund in Pohořelice (Pohrlitz), dann das Lehrhaus von Moses Wanefried in Prostìjov (Proßnitz) sowie die Jeschiwa des Ortsrabbiners N. Trebitsch. Folgt diesem nach Mikulov (Nikolsburg), lernt an der Jeschiwa gemeinsam mit A. Neuda, A. Ehrlich und M. Zipser, gleich denen er insgeheim auch weltliche Studien betreibt. 1837 von Trebitsch ordiniert, Rückkehr in seine Heimat, wird Schwiegersohn des angesehenen Jona Sensky in Ivančice (Eibenschütz). 27. Sept. 1841 Rb. in Písečné, einer mähr. Gemeinde von 52 Familienstellen, mit Gehalt von 300 fl. zugleich Bezirksrb. für die Gemeinden in Police (Pullitz), Jemnice (Jamnitz), Markvarec (Markwaretz-Rudoletz), Dolní Bolíkov (Wölking) und Olšany (Wolschan), in den Jahren 1869-1873 auch Substitut für das Rt. in Šafov (Schaffa). Predigt in dt. Sprache. Sekretär von Sir Moses Montefiore, korrespondierendes Mitglied der Alliance Israélite. Schwiegervater des Rb. Markus Hirsch Friedländer.

Publikationen

  • „Isak Landesmann. Sein Leben, Wirken und Märtyrerthum“, Neuzeit 1864, S. 131f, 152f , 165f, 177, 190, 200-202, 211f, 221f, 247f, 259f, 282f, und andere dt. und hebr. Beiträge zu den Wiener Mitheilungen, der Neuzeit, dem Ha-Maggid, dem Ha-Näšär und den Kochve Yis. h. aq. Werkausgabe. Biographien hervorragender rabbinischer Autoritäten früherer Jahrhunderte, nebst einigen wissenschaftlichen Aufsätzen, gesammelte Beiträge aus der Neuzeit, 1890.

Bildmaterialien

  • JNUL Jerusalem, Schwadron Collection (Bildnis).

Literatur

  • Neuzeit 1864, S. 82 „Herr M. L. Kohn, einer der besten Schüler des sel. Oberrabbiners Nehemias Trebitsch, war schon vor zwanzig Jahren aus allen Kräften bestrebt, sich tüchtige Kenntnisse der römischen und griechischen Literatur anzueignen“
  • Lippe 1879/81, S. 244
  • Neuzeit 1891, S. 42, 53f, zu seinem 70. Geburtstag und 50. Amtsjubiläum: „Herr Rabbiner Kohn gehört der streng conservativen Richtung an, in seiner Gemeinde werden heute noch Sabbath und Feste äußerst streng beobachtet, nichtsdestoweniger war er stets geneigt, betreffs des Gottesdienstes den dringenden Anforderungen der Zeit Rechnung zu tragen [...] In seinem ganzen Rabbinatssprengel wird er wie ein Heiliger verehrt“
  • Friedländer, Geschichtsbilder, Bd. II, S. 151-152
  • Ha-Maggid 1892, S. 46
  • Nachruf ÖWS 1893, S. 224; Neuzeit 1893, S. 23, „der Nestor der mährischen Rabbinen“
  • Wachstein, Hebr. Publizistik, Bd. I, S. 104
  • Gold (Hrsg.), Judengemeinden Mährens, 1929, S. 462, 463 (Bildnis), 516
  • EJ dt. X 191, Todesjahr hiernach 1892
  • HÖAAJH, Bd. II, Nr. 5410.