Geb. 6. Nov. 1811 in Krotoszyn (Krotoschin) in der späteren Prov. Posen
Sohn eines Kaufmanns, regulärer Besuch des Gymnasiums in Potsdam, dann Medizinstudium in Breslau und Berlin, promoviert als Mediziner, fällt aber durch das Staatsexamen. 1840 Dozent für Latein und Naturwissenschaften am jüd. Lehrerseminar von Leop. Zunz, scheidet zum 12. Dez. 1845 aus seiner Anstellung. Lehrer in Manchester, wo er in englischer Sprache predigt. Auf Wunsch seiner Frau Rückkehr auf den Kontinent, bekleidet wechselnde Lehrerstellen in Metz, Breslau und Hamburg, dann Niederlassung in Berlin. Im Sept.-Okt. 1860 predigt er in Königsberg. Bei schon vorgerücktem Alter Bewerber um die Rte. in Kassel (1861) und Bamberg (1863), mit Empfehlungen von Jos. Aub, Leop. Stein und Laz. Adler. Um 1879 Prediger an der Strafanstalt in Berlin-Plötzensee.
Dokumente
LA Berlin, A Rep. 020-01 Nr. 2104, vom 2. März 1840 und 11. Apr. 1842, Prüfungszeugnis vom 16. März 1842 mit biografischen Angaben
CAHJP Jerusalem, D/Ba17a/37, Briefwechsel mit dem Bamberger Gemeindevorstand; Fürchtegott Lebrecht kennt ihn „als einen genialen Talmudisten und Philologen [...] Krüger ist orthodox, aber ohne Heuchelei, wie man sie bei unseren neuorthodoxen Rabbinern jetzt leider so häufig findet; human in seinem Wesen, fest im Charakter“. Einem anderen Gutachten zufolge sei er in religiöser Hinsicht ein „Chamäleon“.
Publikationen
Rede zur Gedächtniss-Feier des sel. Chacham Isaac Bernays, geistlichen Beamten der Hamburger deutsch-israelitischen Gemeinde, Hamburg 1849
Übs. S. D. Luzzatto, Grammatik der biblisch-chald. Sprache, Breslau 1873.
Literatur
Steinschneider, Bodleiana, Bd. II, Sp. 1590
Lippe 1879/81, S. 258
Rosenthal, Königsberg, S. 12: „ein Dr. Krüger aus Berlin“