BHR Biographisches Portal der Rabbiner

SELZ, Elkan

  • Geb. 19. Sept. 1808 in Harburg, Bay.-Schwaben,
  • Gest. nach 1881
  • Fünftes Kind der Gela Wassermann (1762-1850), einer Schwester des Salzfaktors Elkan W., und dessen Angestellten Abraham b. Jakob Levi (1754-1811), der wegen seines Gewerbes den Namen Selz annahm. 1829 Student der orientalischen u. klass. Philologie in Würzburg, seit 2. Mai 1832 als ordentlicher cand. phil., studiert bis SS 1833, ist sodann Schüler von Samson Wolf Rosenfeld in Bamberg
  • kommt am 4. Mai 1834 nach München um „eine Stelle als Rabbiner abzuwarten“
  • dort Hauslehrer beim Großhändler Wassermann, Okt. 1834 in München Staatsprüfung mit der Note 2 +. Unterzeichner der Petition stellungsloser Rabbinatskandidaten (München, 25. März 1838), 19. Mai 1840 Distriktsrb. in Harburg. Sein älterer Bruder, der Ühlfelder Rb. Hayum Selz, traut ihn am 1. Sept. 1840 mit Fani Helbing (geb. 1817) aus München. S. amtierte in Harburg bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand am 15. Okt. 1881. Sein Sohn David Selz (1843-1914) wurde Direktionsmitglied der Bayerischen Vereinsbank in München.

Dokumente

  • CAHJP Jerusalem, D/Wu1/2, Bd. II, S. 34: Unter den zwölf jüdischen Theologiestudenten, die Abraham Bing am 24. Aug. 1827 für das Stipendium des Salomon Hirsch nominiert, ist auf Platz 7 „Hayum Selz“ und auf Platz 10 „Elkan Selz“
  • StAWürzburg, RA 7145, Gesuch um Zulassung zum Gymnasialabsolutorium, 30. Juni 1831
  • StA München, Pol. Dir. München 4587, führt ihn 1832/34 in der Liste der Münchner Juden; er ist 25jährig und ledig
  • StA Nürnberg, RA 1932, Judensachen, Nr. 175, Bl. 194f, 214-217, 227-230, 232f mit vergeblichen Gesuchen um eine rb. Anstellung, München, 16. Dez. 1834, 1. Sept. 1835, 2. Dez. 1835, 2. März 1837
  • StA Augsburg, Reg. 11.868, mit Bewerbung in Harburg vom 16. Aug. 1837; beruft sich auf „meinen innigsten und tiefgefühlten Wunsche, meine Glaubensgenossen durch Veredlung und Verbesserung des religiösen Zustands für die dereinstige Gleichstellung mit den übrigen Staatsangehörigen zu befähigen“
  • StA Augsburg, BA Donauwörth 1802 n. S., Wahl in Harburg
  • StA Augsburg, Reg. 11861, behördliche Personalakte, darin Gesuch Selz’ aus München vom 9. Nov 1837; Ziel der Harburger sei, „durch einen eigenen Seelenhirten ein noch tieferes moralisches Sinken ihrer Gemeindeglieder zu verhindern“; die Akte schließt mit dem Gesuch vom 30. Sept. 1881 um Versetzung in den Ruhestand, da er nun 73 J. alt und mit einem schwerem Augenleiden geschlagen sei
  • CJA Berlin, 1, 75 A Ha 10 Nr. 3, kultusgemeindliche Personalakte; hier Bl. 74 Bewerbung vom 16. März 1840; Wahl am 15. April; Bl. 83. Installation
  • StA Augsburg, Isr. Standesregister Schwaben, Nr. 14, Trauungsregister Harburg
  • StA Augsburg, Reg. 11.827, vom 11. Nov. 1861 zeigt ihn als Prüfer bei einem rb. Staatsexamen
  • StA Augsburg, Reg. 11.860, vom 10. Dez. 1859 und 18. Nov. 1861 Bewerbung um die Verwaltung des Rabbinats Augsburg, das nur eine Eisenbahnstunde von Harburg entfernt sei
  • HStA Stuttgart, E 201c/40 Lehrensteinsfeld, vom 15. Apr. 1861 Bewerbung in Lehrensteinsfeld, Württ., die er zurückzog.

Epigraphik

  • Jüdischer Friedhof Harburg-Schwaben, Kurzdokumentation, Stuttgart 1996. S. 13.

Literatur

  • Münchner Tagblatt 1837, S. 119, über eine Predigt in München; „wir wünschen ihm auch einen solchen Wirkungskreis, wie sein musterhafter Lebenswandel und seine Talente es verdienen. Nur schade, daß nicht mehr Sorge für die jüdischen Theologen obwaltet!“- AZJ 1840, S. 342, Amtseinführung in Harburg
  • PK Bavaria, S. 614
  • Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. XI (1983), S. 57, Nr. 1216
  • Reinhard Jakob, Die jüdische Gemeinde von Harburg (1671-1871), Nördlingen 1988, S. 89-92, reproduziert S. 91 eine Gebührenliste für rb. Amtshandlungen
  • Brämer, Rabbiner und Vorstand, S. 143, als „Hayum Elkan Selz“
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 412f, 496.