Sohn des später in Miroslav (Mißlitz) amtierenden Rb. Ascher L., ordiniert vom Bet-Din in Nové Mesto nad Váhom (Waag-Neustadtl), Slowakei, sowie vom mährischen Landesrb. Nehemias Trebitsch. Zum Studienjahr 1843/44 immatrikuliert an der Universität Wien. Arbeitet längere Zeit in verschiedenen Hofmeisterstellen, um 1852 ist er zu seinem Vater nach Miroslav zurückgekehrt und hilft ihm im Rabbinatsfach aus
1853 Prediger der neugegründeten Gemeinde in Opava (Troppau), Österr.-Schlesien, auch Religionslehrer am Gymnasium
1857 Rb. in Rožmberk nad Vltavou (Rosenberg a. d. Moldau) in Südböhmen, auch für die Juden in České Budìjovice (Budweis) und in Linz zuständig. 1861 versucht er, eine Schule in Wien zu gründen, wird dann Rb. in Mořina (Groß-Mořin) bei Prag, 1863 Rb. in Dobříš (Dobrisch), um 1869 vermutlich Rb. in Kasejovice (Kassejowitz), Westböhmen, dann Rb. in Jevíčko (Gewitsch), Mähren, mit 350 fl. Gehalt und 200 fl. Schulgeldern
ist auch Religionslehrer an Volksschule und Bürgerschule sowie dem Staatsgymnasium im benachbarten Moravská Třebová (Mährisch-Trübau). 1875 Rb. in Velké Meziříčí (Groß-Meseritsch), Mähren. 1883 bis vor 1886 Rb. in Strakonice (Strakonitz), Westböhmen. Religionslehrer in Wien, zuletzt im Ruhestand.
Dokumente
UAWien, Hauptmatrikel, M 13
UA Halle, Phil. Fak. II, Nr. 91, Bl. 120, abgelehntes Promotionsgesuch, 1859. Er hatte ein ähnliches Gesuch schon 1853 eingereicht
ŽM Prag, Nr. 3.891, vom 5. Okt. 1856, Bewerbung in Úsov (Mährisch-Aussee)
ÖStA/AVAWien, Neuer Kultus, Israelitischer Kultus, D 5, vom 23. Apr. 1857, Dispens von der Ablegung der Naturrechtsprüfung zur Anstellung als Rb. in Böhmen
Ebd., 5. Sept. 1861 Ablehnung seiner Anträge zur Schulgründung
ŽM Prag, Nr. 8.136, vom 30. März 1863 Bewerbung in Dobříš, vom 11. Okt. 1863 Gesuch um seine Bestätigung
Ebd., Nr. 67.973, Anstellung in Velké Meziříčí
Ebd., Nr. 67.967, frühere Bewerbung um dieselbe Stelle vom 21. Juni 1852; er „habe die Philosophie mit einem fast halben Doctorate zurückgelegt“
Ebd., Nr. 55.855, vom 7. April 1877, Bewerbung in Sušice (Schüttenhofen) aus Jevíčko.
Publikationen
„Blut und Wasser. Eine Studie“, Abendland 1866, S. 66f.
Literatur
BCh 1859, S. 31
Abendland 1865, S. 7, über Predigt in Smichov. „Er sprach im Mannheimer’schen Stile frische und kräftige Worte; namentlich gefiel mir sein rein deutsches Organ“
Schematismus, 1869, S. 90 erwähnt einen „Rabb. Dr. Lamberg“ in Kasejovice
Lippe 1879/81, S. 261
Todesmeldung Neuzeit 1890, S. 511
Gold (Hrsg.), Judengemeinden Mährens, 1929, S. 207
Gold (Hrsg.), Judengemeinden Böhmens, 1934, S. 103, orthographiert „Max Lambert“; ebd. S. 254 nennt „Lamberk“ als Rb. in Strakonice