LEVI, Salman, bürgerlich seit 1813 Salomon SPIRO, später S. LEVINGER
Geb. 1748 in Pfersee bei Augsburg,
Gest. 13. Jan. 1825 in Gailingen, Baden
Aus alter Prager Rabbinerfamilie, Sohn des Prager Dajan und Burgauer Landesrb. Benjamin-Wolf Spiro, erhält eine allgemeine Schulbildung in Augsburg
1778 Landesrb. der Ritterschaft Liebenfels am Bodensee für die Gemeinden von Gailingen (Rabbinatssitz), Wangen und Worblingen. Verheiratet mit Mirjam Daniel.
Manuskripte
Mainz, Jüd. Gemeinde, Hs. 25 [IMHM 34.818], 317 Bl., deutsch betitelt Handschriftliche Aufzeichnungen beginnend 1819. Diese Buch gehört dem Herrn Salomon Wolf Levi Land-Rabinner zu Gailingen bey Sch[aff]hausen. Enthält in hebr. Sprache exegetische Notizen und Skripten für Homilien, dabei auch einige persönliche Aufzeichnungen wie z. B. Liste seiner 1777-1806 geborenen Kinder, Liste der vom Arzt Wolf verschriebenen Arzneien, Stammbaum seiner Prager Rabbinerfamilie. Bl. 23 nochmal deutsch: „Dieses Buch ist zugehert dem Rabinner Salman Wolf Levi in Gallingen“.
Epigraphik
Grabstele mit der Inschrift Ha-rav ha-ga’on ha-gadol ha-mefursam ha-meyuh. as me’od Mo[renu] h[a-Rav] R[abbi] Šelomoh ha-Lewi Šepiro’, auf der Rückseite deutsch „Salomon Levinger Spyro“; Abb. bei Bar-Giora Bamberger, Gailingen, Bd. I, S. 54; Nr. 15/5.
Literatur
Löwenstein, „Schwaben“, BJGL 1 (1899), S. 41f
Gisela Roming, „Haushalt und Familie auf dem Lande im Spiegel südbadischer Nachlaßakten“, in Richarz und Rürup, Jüdisches Leben auf dem Lande, 1997, S. 281-289, über das Nachlaßverzeichnis der Söhne Levinger in Gailingen. Erwähnt ist namentlich das dreistöckige Haus, das der Rb. um 1800 an der Hauptstraße neben dem Rathaus hatte bauen lassen.