BHR Biographisches Portal der Rabbiner

LEVITA, Israel Bär

  • Geb. nach eigenem Vorgeben 1753,
  • Gest. nach 1831
  • Unter dem Westphälischen Königreich 1809 Rb. in Osterode am Harz
  • unter der Restauration Rb. in Rotenburg/ Fulda in Kurhessen. Gegen 1817 beginnt ein langwieriger Rechtsstreit mit der Gemeinde, L. läßt sich am 27. April 1827 von drei Professoren der Univ. Marburg seine Qualifikation attestieren, muß aber 1831 das Amt niederlegen. Am 15. Nov. 1837 heißt es, daß „der Rabbiner Levita schon vor mehreren Jahren seine Stelle als Rabbiner zu Rotenburg aufgegeben und diese Stadt verlassen hat“ (StA Marburg 180/1417).

Dokumente

  • StA Marburg Abt. 17, II, Nr. 1241 Gesuch der judenschaftlichen Vorsteher zu Rotenburg, den provisorischen Rabbiner Bär Levita daselbst als Ausländer seines Dienstes zu entlassen, 1821
  • Ebd., Best. 307d, Nr. 65 I : Verhandlungen der philosophischen Fakultät vom Jahr 1827 (frdl. Mittlg. von G. Mehnert). In der Prüfung erwies er „eine genaue Kunde der Ursprache des Alten Testam., eine gründliche Bekanntschaft mit der mosaischen Religionslehre und Geschichte des Israelit. Kultus, so wie einen regen praktischen Sinn für fruchtbare Anwendung der heil. Schrift auf das Leben“, sowie die Vorzüge langer Erfahrung. „Von einem in früherer Zeit gebildeten 74jährigen Greise eine vertraute Kenntniß des gegenwärtigen Standpuncts der Philosophie fordern zu wollen, würde gegen alle Grundsätze der Billigkeit streiten“
  • Ebd., Abt. 18, Nr. 2729, vom 31. Juli 1829 Während der Vakanz des Landesrts. wird er zur Vornahme der „Prüfung in der rabbinischen Wissenschaft und Doctrin“ ernannt
  • Personalakte ebd., Abt. 180 Rotenburg, Nr. 1417, sein Antrag auf Erhebung zum Kreisrb. wird am 30. März 1830 abgelehnt. Die Vorsteher der Landgemeinden hatten am 16. Febr. 1830 erklärt, sie brauchten keinen Rabbiner, und schon gar nicht „den Rabbiner Levitta, der seit 13 Jahren mit seiner Gemeinde in gehässigstem Prozeß befangen sey“, denn dieser sei „bekanntlich ein Zanck- und Streit süchtiger Mann“.

Publikationen

  • Frage über die Tragbarkeit eines Schächters, der Vater eines unehelichen Kindes geworden war (1821), in den Responsen von Landesrb. M. T. Sontheim in Hanau, Nr. 2 (’Or Pene Mošäh, S. 8).

Literatur

  • Rabbinerliste des Westphäl. Kgrs. vom 15. März 1809; Sulamith II, 2, S. 298, „Israel Beer Levite zu Osterode“
  • Kurt Klaus, Rintelns Juden. Geschichte der isr. Gemeinde, Rinteln 1993, S. 109: L. verlangt am 12. Mai 1824 die Einrichtung von Mikwen in allen Gemeinden Hessens; die der Exklave Rinteln hält das für überflüssig und rückständig; der Rabbiner wolle sich nur wichtigtun.