Sohn des Isack Lewy und der Eva Ullman, ist 1830 als „Gelehrter“ Vorsitzender des Schulvorstands. Nimmt Bachurim in sein Haus auf, leitet eine nicht unbedeutende Jeschiwa, wird als „Mosche Merzig“ populär. Gilt 1840 als geheimer Kandidat der Orthodoxen für das Trierer Oberrabbinat. 1846 zum Stadtverordneten in den Gemeinderat von Merzig gewählt. Nennt sich nach Auflösung des Trierer Konsistoriums „Rabbiner“ von Merzig. Zu seinen Schülern zählt Isaac Trénel (1822-1890), der spätere Leiter des Rabbinerseminars in Paris.
Dokumente
LHA Koblenz, 442/6409, S. 21-33 mit einer am 11. Okt. 1838 gehaltenen Predigt; ebd. S. 51f Polemik des Trierer Rabbinatskandidaten Moses-Henoch Hess vom 17. Aug. 1841 gegen „den Moses Levy von Merzig, der sich gar nicht als Kandidaten gemeldet und dem die Elemente einer jeden Wissenschaft außer dem Talmud loca incognita sind, aber im Geruche der Heiligkeit steht“; er sei Kandidat der „Obskuranten“ (siehe Kastner, Provinziallandtag, S. 258-260, 328).
Manuskripte
Laut testamentarischer Verfügung wurde sein umfangreiches handschriftliches Werk mit ihm begraben
Izak Levi Merzig, von dessen Talmudvorträgen an der Jeschiwa in Mainz (1818) eine Mitschrift in Los Angeles, cod. 828 bx 6.10, vorliegt, ist vielleicht mit M.s Vater zu identifizieren.
Literatur
„Verzeichniß der [...] Synagogen-Gemeinden“, 1858, S. 87, nennt ihn unter den drei Vorstehern der Gem. von 347 Seelen
Israelit 1862, S. 374
UI 17 (1861/62), S. 116f; 45 (1889/90), S. 756 nennt „le célèbre R. Moïse de Merzig“ als Lehrer Trénels, dgl. JE XII 240
H. Steinthal, „Beiträge zu einer Geschichte und Soziologie der Juden im Saargebiet“, Nachrichtenblatt der Synagogengemeinden des Saargebiets, 14. Juli 1934, mit Namensänderungsliste von 1808, an deren Spitze seine Eltern stehen; „Moise“ erscheint als viertes von sechs Kindern
Wilhelm Laubenthal, Die Synagogengemeinden des Kreises Merzig, 1648-1942, Saarbrücken 1984, S. 171- 176