Sohn des Rb. Marx A. in Hannover, kommt mit 13 J. nach Frankfurt zurück, dort Schüler bei seinem Onkel Meyer Schiff sowie bei Oberrb. Pinchas Horwitz. Handelsmann, Frankfurter Bürger und rb. Privatgelehrter, verheiratet mit Esther Worms, Tochter des Hirsch Moses W. 1807 Adjutant von Sal. Trier am Pariser Sanhedrin, Dajan in Frankfurt/M. in Gemeinschaft mit Aron Fuld, gleich diesem Prediger der „Zizith-Gesellschaft“ (bis 1840), Begründer der Talmud-Tora-Schule der Altgläubigen
gab selbst täglichen Talmudunterricht für Rabbinatskandidaten. Mitglied der von Z. Frankel projektierten konservativen „Theologen-Versammlung“ (1846).
Dokumente
StadtA Frankfurt/M., Israelitisches Bürgerbuch 1812, S. 1: Bei der Emanzipation von 1812 leistet er mit seiner Frau den Bürgereid
StadtA Frankfurt, Senatssupplikationen 173/9. Durch Testament des Model Samuel Schuster vom 7. Jan. 1829 waren die Rb. Samuel Emanuel Samst, Jacob Posen, Jacob Silberkron und er selbst Besitzer eines Hauses geworden. Er kauft 1830 die Anteile der Miteigentümer auf. Am 15. Sept. 1864 Klage des Pflegeamts der „Anstalt für Irre und Epileptische“ gegen ihn wegen der seit Okt. 1859 ausstehenden Unterbringungs- und Verpflegungskosten für seinen Sohn Moritz.
Manuskripte
Erklärung zum Midrasch Rabba, JTS New York, Adler 926.
Publikationen
Mitarbeiter der Zschr. Der Orient (1843-44)
Erklärungen zum Midrasch Bereschit Rabba, Rödelheim 1854
Eine Approbation, datiert Frankfurt 1841; bei Löwenstein, Index, S. 9.
Literatur
Das Subskribentenverzeichnis der Fürther Talmudausgabe (1832) nennt ihn als Privatmann ohne rb. Titel
Nachrufe Israelit 1866, S. 104. „Niemals wollte R. Bär ein Rabbinat annehmen, jedes dahin zielende Anerbieten schlug er aus; als Privatmann wollte er leben und lehren, lebte und lehrte er“; AZJ 1866, S. 36f: „Wie wenige Talmudisten erwarb er sich eine moderne wissenschaftliche Bildung, und einer der besten hiesigen Mathematiker nahm in diesem Fache noch bei ihm Unterricht. Auf altorthodoxem Standpunkte stehend, las der Selige doch Alles, was die neue kritische Schule herausgab“
Horovitz, Frankfurter Rabbinen, S. 321
Horovitz, Einleitung zu Fulds Beth ’Aharon, 1890
Arnsberg, Neunhundert Jahre, S. 74, verwechselt ihn mit seinem Vater
Arnsberg, Frankfurter Juden III (1983), S. 13, 504 Anm
Liberles, Orthodox Judaism in Frankfurt, S. 35f
Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 107, 135, 208, 222.