BHR Biographisches Portal der Rabbiner

ADLER, Beer

  • Geb. 1784 in Frankfurt/M.,
  • Gest. 5. Jan. 1866 das
  • Sohn des Rb. Marx A. in Hannover, kommt mit 13 J. nach Frankfurt zurück, dort Schüler bei seinem Onkel Meyer Schiff sowie bei Oberrb. Pinchas Horwitz. Handelsmann, Frankfurter Bürger und rb. Privatgelehrter, verheiratet mit Esther Worms, Tochter des Hirsch Moses W. 1807 Adjutant von Sal. Trier am Pariser Sanhedrin, Dajan in Frankfurt/M. in Gemeinschaft mit Aron Fuld, gleich diesem Prediger der „Zizith-Gesellschaft“ (bis 1840), Begründer der Talmud-Tora-Schule der Altgläubigen
  • gab selbst täglichen Talmudunterricht für Rabbinatskandidaten. Mitglied der von Z. Frankel projektierten konservativen „Theologen-Versammlung“ (1846).

Dokumente

  • StadtA Frankfurt/M., Israelitisches Bürgerbuch 1812, S. 1: Bei der Emanzipation von 1812 leistet er mit seiner Frau den Bürgereid
  • StadtA Frankfurt, Senatssupplikationen 173/9. Durch Testament des Model Samuel Schuster vom 7. Jan. 1829 waren die Rb. Samuel Emanuel Samst, Jacob Posen, Jacob Silberkron und er selbst Besitzer eines Hauses geworden. Er kauft 1830 die Anteile der Miteigentümer auf. Am 15. Sept. 1864 Klage des Pflegeamts der „Anstalt für Irre und Epileptische“ gegen ihn wegen der seit Okt. 1859 ausstehenden Unterbringungs- und Verpflegungskosten für seinen Sohn Moritz.

Manuskripte

  • Erklärung zum Midrasch Rabba, JTS New York, Adler 926.

Publikationen

  • Mitarbeiter der Zschr. Der Orient (1843-44)
  • Erklärungen zum Midrasch Bereschit Rabba, Rödelheim 1854
  • Eine Approbation, datiert Frankfurt 1841; bei Löwenstein, Index, S. 9.

Literatur

  • Das Subskribentenverzeichnis der Fürther Talmudausgabe (1832) nennt ihn als Privatmann ohne rb. Titel
  • Nachrufe Israelit 1866, S. 104. „Niemals wollte R. Bär ein Rabbinat annehmen, jedes dahin zielende Anerbieten schlug er aus; als Privatmann wollte er leben und lehren, lebte und lehrte er“; AZJ 1866, S. 36f: „Wie wenige Talmudisten erwarb er sich eine moderne wissenschaftliche Bildung, und einer der besten hiesigen Mathematiker nahm in diesem Fache noch bei ihm Unterricht. Auf altorthodoxem Standpunkte stehend, las der Selige doch Alles, was die neue kritische Schule herausgab“
  • Horovitz, Frankfurter Rabbinen, S. 321
  • Horovitz, Einleitung zu Fulds Beth ’Aharon, 1890
  • Arnsberg, Neunhundert Jahre, S. 74, verwechselt ihn mit seinem Vater
  • Arnsberg, Frankfurter Juden III (1983), S. 13, 504 Anm
  • Liberles, Orthodox Judaism in Frankfurt, S. 35f
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 107, 135, 208, 222.