Aus polnischer Rabbinerfamilie, Sohn des Elieser b. Salman L., der nach 1750 als Landesrb. der Untergrafschaft Wied in Neuwied starb. Schüler des Oberrb. Ezechiel Katzenellenbogen in Altona
Jeschiwaleiter in Frankfurt/M., 1741 Landesrb. der Gft. Diez-Hadamar in Diez a. d. Lahn. Vermöge Patent vom 1. Aug. 1750 übt er auch die rb. Autorität in der Herrschaft Runkel aus
die Ausdehnung des Patents auf das Amt Dierdorf wurde ihm 1762 allerdings versagt. 1763 Landesrb. des Hzms. Kleve und der Gft. Mark mit Sitz in Kleve. Eine von ihm vollzogene Scheidung löst 1766/67 den sog. „Klever Getstreit“ aus.
Publikationen
Ras. uf ’Ahavah [Cant. 3,10] Responsen, im Werk seines Vaters Mešiv ’Äli‘äzär, 1748/49
,’Or Yiœra’el [Is. 10,17], 73 Responsen aus dem „Klever Getstreit“, Kleve 1770, 117 Bl. (das Blatt 32 fehlt in vielen Exemplaren); Abb. des Titelblatts bei Wolfgang Krebs, Juden in Kleve, Kleve 1993, S. 25
Sieben Approbationen, datiert Diez u. Hadamar 1743-1752, Amsterdam 1763, Kleve 1770-1784; Löwenstein, Index, S. 120.
Literatur
Steinschneider, Bodleiana, Bd. II, Sp. 1167
Horovitz, Frankfurter Rabbinen, III 67f
Kaufmann und Freudenthal, Die Familie Gomperz, S. 74
Eisenstadt und Wiener, Da‘ath Qedošim, S. 118
JE VIII 102
Wachstein, „Das Statut der jüdischen Bevölkerung der Grafschaft Wied-Runkel (Pinkas Runkel)“, ZGJD 4 (1932), S. 123
Wininger VII 266
EJ dt. X 1005f
EJ eng. XI 292
Cohen, Landjudenschaften, Bd. I, S. 116-120
Bamberger, Neuwied, S. 90, mit dem vermutlichen Grabstein seiner Mutter (Rachel, „Tochter von Märtyrern“, Ehefrau des Elieser Lipschütz, gest. 1766).