Gest. 21. März 1881 in Racibórz (Ratibor), Oberschles
Sohn des Gedalje L., 1830 Anstellung als Rb. in Racibórz, verheiratet mit Zara Waldstein. Bewerber in Frankfurt/Oder (1834), bei Geigers Ankunft einer der drei deutsch predigenden Rabbiner Schlesiens, unterzeichnet 1842 den Protest gegen Geigers Wahl in Breslau. 1848 Konflikte mit der Gemeinde, öffnet sich gegenüber Reformen.
Dokumente
CAHJP Jerusalem G5/2539 verzeichnet Geburt der Kinder Gedalje (1. Mai 1831), Pauline (14. Sept. 1832), Johanna (15. Nov. 1835) und Saul (10. Jan. 1841)
CAHJP Jerusalem, „Frankfurt/ Oder“, GA/KGe 11/3, f. 40, enthält Bewerbungsschreiben von 1834 (deutsch in hebr. Schrift): „Ich bin bereits seit 4 Jahren hier in Ratibor als Rabbiner angestellt und habe seit dieser Zeit dem Wunsche meiner Gemeinde gemäß meine Vorträge nach Landes Sitte in deutscher Sprache gehalten“. Sein Auditorium bestehe stets auch „aus gebildeten Christen, unter welchen selbst die katholischen Geistlichen hiesigen Orts nicht zurückgeblieben“
CJA Berlin, 75 A Ra 4 Nr. 28 („Bestellung, Gehalt und Beilagen des Rabbiners und der Gemeindebeamten 1834-89“), fol. 69, vom 19. Dez. 1852: L. beklagt sich beim Vorstand, daß sein Kontrakt schon seit 15 Jahren abgelaufen und seine Stellung somit quasi rechtlos sei
UA Halle, Rep. 21, II, Bd. 94, Nr. 48, Promotion seines ältesten Sohnes am 11. Juli 1861 über Quaestionis de bonorum apud Platonem gradibus partes quaedam
CAHJP Jerusalem, Inv. 1485,3, Rabbinatsdiplom für Samuel Michaelis, ausgestellt von L. am 10. Nov. 1872 in Racibórz.
Literatur
Orient 1842, S. 220, „S. Loewy“
AZJ 1848, S. 226f, über Gemeindekonflikte
AZJ 1848, S. 686, Rb. „Levi“ und seine Toleranz gegenüber den Reformern
„Verzeichniß der [...] Synagogen- Gemeinden“, 1858, S. 38, für 216 Familien
AZJ 1855, S. 463, zu seinem 25jähr. Amtsjubiläum:“ Er war es auch, der, obwohl streng orthodox, in Oberschlesien das Gotteswort in deutscher Sprache zu predigen und somit den Geschmack an dem Bessern wach zu rufen begonnen hat“
Nachruf AZJ 1881, S. 244f
Wininger V 204: Immanuel Heinrich Ritter studierte nach dem Abitur ein Jahr lang den Talmud bei ihm