Übt in Hořice seit ca. 1808 Rabbinatsfunktionen aus. 16. Apr. 1812 Ernennung zum Bidschow-Königgrätzer Kreisrb. Seitdem er 1835 aus Gesundheitsgründen den Privatunterricht aufgeben muß, lebt er kümmerlich von den 60 fl. Ortsrabbinergehalt und Trauungsgebühren aus dem Kreis.
Dokumente
ÖStA/AVAWien, Alter Kultus, Israelitischer Kultus, Karton 4, vom 28. Nov. 1838: „Uebersicht der [...] in Böhmen angestellten Kreis-Rabiner“
SÚA Prag, ČG Vš., oddìlení 1836-1841, svazek 46/2/51, vom 17. Juni 1839, mit Gesuch um ein Fixgehalt. Er sei bereits 68 Jahre alt, davon über 40 Jahre „im öffentlichen Dienste angestellt“, habe kranke Frau und zahlreiche Familie, wobei „ich mich mit Unterricht der Jugend nothdürftig durchhalf“. Nach Ansicht der Juden in Nový Bydžov (Neubidschow, 8. Nov. 1840) solle er aus der Armenkasse unterstützt werden, da er „für die Bidschower Gemeinde gar nichts leistet“
Ebd., ČG Vš., oddìlení 1841-1855, svazek 18/3/83 mit Gutachten vom 30. Juni 1847 über das Gebet Hanothen Teschueh Lamlochim zum Wohl des kaiserlichen Hauses. In der Beilage sein Vorschlag eines alternativen Kaisergebets, da er das alte für unzeitgemäß hält
Ebd., 18/3/94, mit Beschwerde von 21. Mai 1848 wegen Gehaltsrückständen
Ebd., 18/3/113, Schreiben des Kreisamts mit Todesmeldung vom 2. Dez. 1849.
Publikationen
Eine Approbation (1822); Löwenstein, Index, S. 47.
Literatur
Orient 1842, S. 222, Klagen über ihn, „weil er zu wenig die Gemüther seiner ihm anvertrauten Heerde zum allgemeinen Nutzen und Frommen anregt, weil er die Behörden, mit denen er doch unmittelbar im Verkehr steht, auf den fehlenden Jugendunterricht gar nicht aufmerksam macht, und er vielleicht fürchtet, in den Augen der isr. Bewohner des ihm zugetheilten königgrätzer und bidschower Kreises, denen seine sichtbar erkünstelte Loyalität hinsichtlich der Cultus- Veränderungen nur zu bekannt ist, nun gar als Freigeist zu erscheinen, wenn er zur Gründung von zeitgemäßen Religions- und Elementarschulen beitrüge.“- Liste bei F. Roubík, „Revision“, JGGJČSR 5 (1933), S. 417
Gold (Hrsg.), Judengemeinden Böhmens, 1934, S. 189.