Gest. 13. Sept. 1866 in Kosová Hora (Amschelberg), Zentralböhmen
Deutscher Schulunterricht an der Hauptschule in Písek. Talmudstudium bei Kreisrb. Samuel Kauder in Kolodìje nad Lužnicí (Kalladey), bei Kreisrb. Löb Glogau in Prag und bei Moses Sofer in Preßburg, von diesem diplomiert. Besuch des Gymnasiums, erwirbt sich Kenntnisse der theoretischen und praktischen Redekunst
legt Prüfungen der Moralphilosophie und des Naturrechts an der Univ. Prag ab. Juli 1834 Rabbinatsverweser in Habry (Habern), Ostböhmen
1840 Rb. in Široké Třebčice (Weitentrebetitsch) in Nordböhmen
1843 Rb. in Kosová Hora, eines zur Hälfte jüdischen Städtchens
dort seit 1860 auch Kreisrabbiner für den ehem. Berauner Kreis. Wissenschaftlicher Korrespondent von Luzzatto, Rapoport und Kämpf.
Dokumente
SÚA Prag, ČG Vš., oddìlení 1836-1841, svazek 46/2/26, Bestätigung in Kosová Hora auf Gesuch vom 4. April 1836. Er habe „von frühester Jugend unablässig unter Schwierigkeiten aller Art ausschließend sich der israelitischen Theologie, der Rednerkunst und den philosophischen Wissenschaften gewidmet“
Ebd., svazek 46/2/57, Dispensverfahren zum Wechsel nach Široké Třebčice, genehmigt aus Wien am 9. Juni 1840
Ebd., ČG Vš., oddìlení 1841-1855, svazek 18/ 3/57, vom 25. März 1844 Bestätigung als Rb. in Kosová Hora
ÖStA/AVAWien, Neuer Kultus, Israelitischer Kultus, D 5, vom 19. Sept. 1865, nennt ihn unter den 27 böhm. Vorbereitungsdozenten für die Preßburger Landesrabbinerschule
ŽM Prag, Nr. 8.136, 96.436: Mit Erlaß vom 24. Okt. 1867 wird dem Rb. Moses Schiffmann in Votice (Wotitz) die vakante Kreisrabbinerstelle übertragen; die Witwe Franziska Löwy erhält lt. Erlaß vom 14. April 1868 zur „Abfertigung“ nur eine einmalige Zahlung von 30 fl., „da auch der Wirksamkeit des Hrn. D. L. als Kreisrab. ein zu kurzer war“
Ebd., Nr. 88.333, weitere Korrespondenz in derselben Angelegenheit.
Publikationen
Lešon H. achamim, Fragment eines Wörterbuchs der Mischnasprache (bis zur Wurzel gur), Prag 1847, 98 S
Beiträge zu hebräischen Zeitschriften und zu Das Abendland 1865, S. 76f u. a.
Literatur
Israelit 1860, S. 196, L. sei ein Rb. der orthodoxen Richtung, „der es versteht, die göttliche Lehre in ihrer traditionellen Lösung mit einer Gewandtheit und Sicherheit zu vertheidigen, wie sonst Wenige unseres Landes“
Nachruf in Neuzeit 1866, S. 413. „Der Dahingeschiedene war ein Biedermann in der ausgedehntesten Bedeutung des Wortes, ein Talmudist, der seines Gleichen sucht und ein Hebraist comme il faut. In letzterer Beziehung ist er sowohl durch seine Schriften als auch durch seinen Briefwechsel mit Dr. Letteris bestrenommiert“
Nachruf in Abendland 1866, S. 150. „Er machte besonders die Fortentwicklung der hebräischen Sprache im talmudischen Idiom zum Gegenstande seiner Forschungen“
Zeitlin, Bibliotheca, S. 200
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 763f
Markus Löwy, Amschelberger Jugenderinnerungen, Prag 1909
EJ dt. X 1156f
Gold (Hrsg.), Judengemeinden Böhmens, 1934, S. 8, mit Bildnis S. 9
Wlaschek, Bohemia, S. 137, gibt 1873 als Todesjahr an
HÖAAJH, Bd. I, S. 31, Nr. 227 „Amschelberg, David Levi. *1818 Nachod/Böhmen“, nach „Wurzbach, Bd. 22“ und „c. DBA“.