BHR Biographisches Portal der Rabbiner

MAINZER, Maier, Dr.

  • Geb. 1. Sept. 1798 vermutlich in Unterfranken,
  • Gest. 31. Aug. 1861 in Weikersheim, Württ
  • Sohn des Aron Moses (1774-1844), eines erfolgreichen Händlers in Ellenwaren, Spezereien und Vieh, der 1808 nach Gaukönigshofen kam, dort das Stammhaus der Hirsch-Barone kaufte und 1817 den Namen Mainzer annahm. Talmudschüler an der Jeschiwa des Würzburger Oberrb. Abraham Bing, mit dessen Rabbinatsdiplom im WS 1821 imm. als Orientalist an der Univ. Würzburg. Am 16. März 1825 beantragt der kgl. württ. Hofagent Ezechiel Pfeiffer (1766-1827), ihn als Rb. seiner in Weikersheim gestifteten Synagoge anzustellen. M. muß sich dazu am 13. April 1825 in Stuttgart einer Staatsprüfung vor Schulrat Süskind unterziehen. Am 14. Aug. 1825 Amtsantritt als der erste akademisch gebildete Rb. Württembergs. Von seinen 350 fl. Gehalt zahlt die Gem. zunächst nur 100 fl. und Pfeiffer den Rest, nach dessen Tod schießt der Staat 100 fl. zu. Eine Berufung nach München soll M. abgelehnt haben, um in der Nähe seiner kranken Mutter zu bleiben. Laut Ministerialverordnung vom 3. Aug. 1832 wird sein Rt. zu einem der württ. Bezirksrte. erhoben.

Dokumente

  • ARS Würzburg Nr. 1645 über die in Würzburg belegten Kollegien
  • HStA Stuttgart, E 201c/41 Weikersheim, Personalakte. Er erscheine, so schreibt Prüfer Süskind am 24. Juni 1825 an den Innenminister, „etwas dürftig in seiner Ausbildung, wie es auch von einem Manne, der bis zu seinem 20ten Lebens-Jahre seine Studien auf die Kenntniß des Talmuds beschränkt hat und erst von da an, unvorbereitet durch das Studium der römischen und griechischen Litteratur, eine Universität bezog, nicht anders erwartet werden kann. Doch bewies er eine zureichende Bekanntschaft mit der philosophischen und mosaischen Religions- u. Sitten-Lehre“.

Literatur

  • Tänzer, Württemberg, S. 74
  • Michel, Gaukönigshofen, S. 617-624 über seinen Vater
  • Behr und Rupp, Creglingen, S. 50-53.