BHR Biographisches Portal der Rabbiner

MEISTER, Heinemann-Joachim

  • Geb. 31. Aug. 1747 in Sandersleben, Anhalt-Dessau,
  • Gest. 2. Sept. 1825 das
  • Enkel des Salomon Jacob, der sich Ende des 17. Jhs. unter den ersten Schutzjuden in Sandersleben ansiedeln durfte
  • um 1799 Unterrb. (moreh s. ädäq) in Sandersleben. Sein Sohn aus erster Ehe war der Pädagoge und westphäl. Konsistorialrat Jeremias Heinemann (1778-1855)
  • von seiner zweiten Frau Betty (1778-1844) hatte er weitere Kinder, darunter den Stockholmer Rb. Carl Heinemann. Er war Lehrer der Prediger Joseph Wolf und Gotthold Salomon, der sein Neffe war.

Dokumente

  • LA Oranienbaum, Abt. Dessau, C 15, Nr. 26, fol. 230-231, Brief des Gemeindevorstands Sandersleben 16. Dez. 1799: Da der Dessauer Landesrb. zu weit entfernt sei, habe man den örtlichen Schutzjuden Heinemann Joachim, „welcher die Fähigkeit besitzt, die Rabbinen-Stelle zu vertreten“, für 75 Rtl. angenommen. Die Gem. habe etwas über 20 Fam
  • CAHJP Jerusalem G5/ 2711, Sterberegister Sandersleben; „Rabbiner Meister, Sohn des Heinemann“.

Bildmaterialien

  • JNUL Jerusalem, Schwadron Collection (Bildnis).

Literatur

  • Phöbus Philippsohn, Biographische Skizzen, III: Gotthold Salomon, Leipzig 1866, S. 15f, über Salomons Studien um 1797-1800 bei „Joachim Heinemann Meister“; Salomon kam zur „Bevorzugung des einfachen und verständlichen, Geist und Gemüth in Anspruch nehmenden Bibelwortes vor dem ungeordneten Labyrinth des Talmuds“, den ihm M. nach „polnischer“ Methode nahebringen wollte (Frankfurter und Auerbach, „Gotthold Salomon“, S. 36)
  • Jacobson, Judenbürgerbücher, S. 161, Nr. 721, belegt die Namensformen „Heymann Joachim“ und „Joachim Heinemann-Heinemann“
  • Geschichte jüdischer Gemeinden in Sachsen-Anhalt. Versuch einer Erinnerung, hrsg. Landesverband jüd. Gemeinden Sachsen-Anhalt, Wernigerode 1997, S. 226, hat die wohl irrtümliche Namensform „Meinster“
  • Dick und Sassenberg (Hrsg.), Sachsen-Anhalt, S. 177, „Rabbiner Meister“
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 117.