Nachkomme in der 18. Generation des Meir von Rothenburg (1215-1293)
von seinem Vater, dem Metzer Rb. Jacob Rothenbourg, früh verwaist, Schüler von Oberrb. Lion Asser in Metz, zeitweise dessen Sekretär, mit 21 J. nach Fürth zur Jeschiwa von Meschullam-Salman Kohn und Moses Hechheimer, studiert dort fünfzehn Jahre lang weiter. Frühjahr 1796 fürststiftlich-würzburgischer Unterrabbiner in Bödigheim/Odenwald, nachdem er die Witwe seines Vorgängers Hirsch Delem, Esther Reuß aus Frankfurt, ehelicht und ihre Kinder adoptiert. Lehnt 1801 einen Ruf auf das oberpfälzische Landesrt. in Schnaittach und 1811 einen weiteren nach Bad Mergentheim ab, letzteren vermutlich wegen der mit dieser Anstellung verbundenen Prüfung bei den württembergischen Behörden. Nach der badischen Annexion 1816 zum Bezirksrabbiner ernannt. Leitet eine Jeschiwa
verfügt über gute biblische und homiletische Kenntnisse. In seinen letzten drei Lebensjahren steht ihm der Rb.-Kand. Abr. Dreyfuß zur Seite.
Dokumente
GLA Karlsruhe 390/714, Eintrag im Sterbebuch Bödigheim; dort erscheinen als Zeugen seiner Beerdigung „Georg Heinr. Müller, Bürgermeister dahier, u. Adolph Schwarz, Pfarrer dahier“.
Manuskripte
H. en Ya‘aqov, Kasustik, Oxford Neub. 2552, beendet in Bödigheim 1798; siehe auch Neubauer in REJ 12 (1886), S. 94, der seinen Amtssitz in „Edigheim (dans le Palatinat)“ ortet.
Publikationen
Halachische Korrespondenz mit dem Fürther Oberrb. M. S. Kohn in dessen Bigde Kehunnah, Bl. 12v, 23v, 99r; mit dessen Nachfolger W. Hamburger, Ša’ar ha-Zeqenim, Bd. I, S. 81 etc
Eine Approbation, datiert Bödigheim 13. Nov. 1838; Löwenstein, Index, S. 169.
Epigraphik
Große Grabstele (1923 renoviert) auf dem jüd. Friedhof in Buchen-Bödigheim, erwähnt von Heidingsfelder, Lexicon, S. 134; Bröcke/Müller, Haus des Lebens, S. 106.
Literatur
Gedalia (’ABDQ Bo’dinghayim biMedinath Ba’de‘n) als Schüler von Lion Asser; siehe dessen Gevuroth ’Aryeh zu Ta‘anith und ŠUTh Ša’agath ’Aryeh ha-h. adašoth, Vorwort
Nachruf TZW 1846, S. 197-199; Univers Israélite 1847, S. 216
David Maggid, Sefär toledoth mišpah. ath Gins. burg, St. Petersburg 1899, S. 47, und Berichtigungen Löwensteins S. 203
Löwenstein, Magazin, 16, S. 261
Löwenstein, „Fürth“, I, S. 207
Hundsnurscher und Taddey, S. 48
PK Baden- Württemberg, S. 260 (beide mit falschem Todesdatum 1850)
Hildesheimer, „Mendelssohn“, S. 103, nennt ihn als Pränumerant der Mendelssohnbibel 1801
Kaufmann, „Staat und Rabbinat“, S. 185 (nach dem handschriftl. Erinnerungen des Rb. Joseph Eschelbacher, der Rothenburgers Jeschiwa als „weitberühmt“ bezeichnet)
Spuren jüdischer Vergangenheit in Adelsdorf, S. 79
Uri Kaufmann, „Das jüdische Schulwesen auf dem Lande. Baden und Elsaß im Vergleich, 1770-1848“, in Monika Richarz und Reinhard Rürup (Hrsg.), Juden auf dem Lande, Tübingen 1997, S. 310
Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 42, 115f, 433, 442.