Geb. 22. Mai 1837 in Gorzów Œląski (Landsberg in Oberschlesien),
Gest. 20. Feb. 1907 in Graz, Steiermark
Sohn des Moritz M. und der Charlotte Schweitzer, Besuch des Gymnasiums in Opole (Oppeln), muß aus Mangel an Mitteln die Schule verlassen
1857 Lehramtsprüfung am kath. Lehrerseminar in Breslau und dreijährige Berufstätigkeit, 25. Okt. 1860 imm. Breslau extra ordinem (ohne Reifezeugnis), 1862 an die Univ. Wien
er predigt dort am Tempel Ottakring, ist um 1863 im Vorstand des „Rabbinatskandidaten-Vereins“ und hält an Ad. Jellineks „Bet-Hamidrasch“ Vorträge über jüd. Geschichte. 16. Apr. 1864 prom. Leipzig, ordiniert von L. Horwitz in Wien und Abr. Placzek in Boskovice (Boskowitz). 1865 Rb. in Postoloprty (Postelberg), Nordböhmen, verlegt den Rabbinatssitz in die Stadt Žatec (Saaz), 1870 erster Rb. der neugegründeten Gem. in Znojmo (Znaim), Mähren, wo er zugleich an der Landesoberrealschule als Supplent für Französisch und Ordinarius der 2. Klasse fungiert. 1872 Rb. in Bzenec (Bisenz), Mähren, 1877 Rb. in Graz. Begründer von Frauen- und Armenverein (1878 bzw. 1882), Übersetzer für das Hebräische am Gericht. Gast der Hoftafel bei allen kaiserlichen Besuchen in Graz
1898 wurde er dekoriert mit dem „Goldenen Verdienstkreuz mit der Krone“.
Dokumente
AU Wrocław, F 437, S. 32, Matrikeleintrag
UA Leipzig, Pro-Cancellar-Buch der Philosophischen Fakultät, B 128a, S. 225, Promotionseintrag.
Publikationen
„Juden und Judenthum bei altrömischen Schriftstellern“, Zeitstimmen, Prag 1864 (Vortrag am Bet-Hamidrasch in Wien; Neuzeit 1864, S. 3)
Die jüdische Sybille. Vortrag gehalten im Bet- Hamidrasch zu Wien, 1864
Biblische und moderne Erziehung. Vortrag im Bet-Hamidrasch, 1864
„Hebräische Wörter in der französischen Sprache“, Neuzeit 1864, Nr. 29
„Lebensgeschichte des Alexander Weill“, Neuzeit 1864, S. 360f, 385f
„Zeitfolge der 12 kleinen Propheten“, Monatschrift für die gesammten Interessen des Judenthums, Wien 1865
„Pädagogische Briefe“, ebd
Israels allgemeine Menschenliebe, Predigt, Wien 1866
„Soll der Verlust der staatsbürgerlichen Ehrenrechte den Verlust der Mitgliedschaft eines Vereines nach sich ziehen?“, Abendland 1866, S. 36f
„Über die Magie bei den Alten“, Abendland 1866, Nr. 7ff; und Separatausgabe
„Über Essen und Trinken der alten Hebräer“, Neuzeit 1866, Nr. 47ff; und Separatausgabe
Das isr. Gotteshaus. Rede zur Einweihung des isr. Tempels zu Postelberg in Böhmen, Wien 1867
Durch’s Dunkel zum Lichte! Eine Gastpredigt in der Neusynagoge zu Prag, Wien 1869
„Das Feuer in Bibel und Talmud“, Neuzeit 1869, S. 140-142, 152f
„Fremdsprachliche Elemente“, Znaimer Wochenblatt 1870, Nr. 47ff
Religion und Wissenschaft. Predigt im Tempel zu Znaim, Wien 1871
„Aphorismen über den Begriff der Erziehung“, Lehrerbote 1871, Nr. 3f
„Der Selbstmord. Vortrag, geh. im Gymnasial-Saale zu Znaim“, Znaimer Wochenblatt 1872, Nr. 21ff
Abwehr. Predigt gehalten im isr. Tempel zu Graz, Graz 1882
Artikel in Neuzeit, Zeitstimme, Hilbersche Monatshefte, Abendland, AZJ, Gegenwart, Enzyklopädie. Werkausgabe. Predigten. In pietätvoller Erinnerung gesammelt und hrsg. von seiner Witwe Marianne Mühsam, 3 Bde. Leipzig 1909-1910, mit biographischen Daten Bd. I, S. IVf.
Bildmaterialien
Photographie in Mühsam, Predigten, Bd. I.
Literatur
Abendland 1865, S. 125 über Aufnahme in Postoloprty
Lippe 1879/81, S. 338f
Neuzeit 1888, S. 402
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 821
JE IX 104, mit falschem Geburtsdatum 1831
Gold (Hrsg.), Judengemeinden Mährens, 1929, S. 121, 585