BHR Biographisches Portal der Rabbiner

PICARD, Eliakim

  • Geb. 1822 in Randegg, Baden,
  • Gest. 23. Feb. 1903 das
  • Sohn des Naphtalie P., rb. Studien in Müllheim bei Salomon Rothschild und in Würzburg bei S. B. Bamberger
  • 6. Nov. 1844 imm. als Orientalist in Würzburg, 1855 provisorische Anstellung als Rb. in Randegg
  • mit Oberratsbeschluß vom 1. Juni 1857 definitiv angestellt
  • sein außergewöhnlich niedriges Gehalt belief sich 1858 auf 176 fl. (aufgestockt durch 45 fl. Michael Levi’sche Stiftungsrenditen, 22 fl. für die beiden Hauptpredigten, 7,20 fl. Schatzung, 264 fl. Gehalt für zusätzl. Tätigkeit als Religionslehrer). Bewerber in Merchingen (1860). Dez. 1886-1888 auch Rabbinatsverweser in Gailingen. Im Kompert-Prozeß 1864 unterzeichnet er auf Seiten der ungarischen Trennungsorthodoxie. Er leitet eine von Schülern aus ganz Deutschland und der Schweiz frequentierte Jeschiwa. Seine Frau Medle starb 1902.

Dokumente

  • CAHJP Jerusalem, „Karlsruhe“, S 378, Nr. 24, Personalakte für Rb. Picard beim Oberrat mit Stücken aus den Jahren 1858, 1860, 1886; das letzte, sehr beschädigte Blatt, eine Anfrage des Synagogenrats um Gehaltserhöhung vom 7. Okt. 1896, erwähnt Picards fast 40jähr. Tätigkeit und seine vielköpfige Familie.

Epigraphik

  • Doppelgrab (zwei Obelisken auf getrepptem Sockel) auf dem jüd. Friedhof in Randegg, Nr. 178a-b; siehe Monika Preuß, Der jüdische Friedhof in Gottmadingen-Randegg, unveröffentlichte Grunddokumentation des Landesdenkmalamtes, 1995; Expl. ZAGJD Heidelberg.

Literatur

  • Israelit 1860, S. 263, über P.s Erfolge in seiner Gemeinde. „In der Synagoge herrscht wahrhafte Andacht, gepaart mit Anstand und Ordnung; die Jugend wird im Geiste der Gotteslehre erzogen und viele brave Jünglinge befleißigen sich des Talmudstudiums. Der Israelit hat die a[llgemeine] Z[eitung] d[es] J[udenthums] vollständig verdrängt“
  • Lippe 1879/81, S. 365
  • Nachruf im Israelit 1903, S. 329f, 385f
  • PK Baden-Württemberg, S. 488.