orthodoxe Ausbildung in Halberstadt, dann sieben Jahre lang Schüler von Rb. Sabel Egers in Braunschweig. WS 1844/45 imm. Göttingen, nach dem Triennium 1847 zurück nach Halberstadt, am 29. Okt. 1852 ordiniert vom Halberstädter Bet-Din unter Oberrb. Mathias Levian. 1853 prom. Jena. In Frankfurt am 8. Sept. 1856 Heirat mit Gella-Julie Hirsch (geb. 1838), Tochter von Rb. Samson Raphael H.
Lehrer an dessen Schule in Frankfurt, dann an dem am 11. Juli 1867 von Rb. W. Feilchenfeld eröffneten Jüdischen Lehrerseminar in Düsseldorf. Erteilt neben den relig. Fächern auch Unterricht in Dt., Franz., Gesch., Geographie, Rechnen und Naturgeschichte. 1874 Leiter des Seminars, das er in den Kölner Vorort Ehrenfeld und 1876 in die Stadt verlegt
1884 erhält es sein definitives Gebäude bei der orth. Synagoge St.- Apern-Straße 29-31. P. fungiert in Köln auch als inoffizieller Rb. der Separatgemeinde Adass Jeschurun. 1904 in den Ruhestand.
Dissertation
Über den Charakter und die Denkungsart des Machiavelli, Diss. Jena 1853.
Dokumente
UA Jena, M 336, Bl. 245-253, 258, Promotionsakten mit Übersetzung des Rabbinatsdiploms.
Publikationen
Qunt. res Qundasin, Fft./M. 1882, 102 S
Passe Bira’oth [‘Eruvin 11a] zu ‘Eruvin, Fft./M. 1883
Havla‘ath ha-Dam, Verteidigung der Schächtung durch Verblutenlassen, Fft./M. 1890, 390 S. (Gegenschrift von Wolf Isaak Dünner, Lichvod ‘Ammude ha-Torah, Fft./M. 1890, 47 S.).
Epigraphik
Grabstele auf dem jüd. Friedhof in Köln-Deutz, nach Mitteilg. von M. Brocke. Die Inschrift gibt ihm den Titel ha-ga’on ha-s. addiq ... ’adonenu morenu werabbenu ha-rav R. S. evi Hirš; rühmt bei ihm die Vereinigung talmudischer und wiss. Kenntnisse sowie Einsatz für die Orthodoxie: „Talmud, Rechtsbücher, Midraschim, Kabbala, Gesetze des Himmels und der Erde, die Geschichte und die Sprachen der Völker waren in seinem Gedächtnis vereint [...] Er sprang zur Verteidigung der Krone [der Tora] in die Bresche, mit aller Kraft und ganzer Seele danach strebend, sie in Deutschland zu ihrer einstmaligen Blüte zurückzuführen“ (hu’ ‘amad ba-päräs. we’amal bechål koh. o wenafšo lehah. zir leyošnah ha-‘at. arah be’Aškenaz).
Bildmaterialien
Fotografie bei Carlebach, „Orthodoxie in Köln“, S. 344.
Literatur
Hildesheimer über ihn: „Dr. Plato, übrigens ein sehr intimer Freund und Jugendfreund, ist zu viel Frankfurter, um universell zu sein“ (Briefe, S. 23, vom 14. Aug. 1860)
Brisch, Cöln, S. 161f
Lippe 1879/81, S. 368
Lebermann, „Landesrabbinat“, S. 214, Kandidat der Orthodoxen in Darmstadt 1858