Sohn des Kaufmanns Löbel P., wird selbst für den Handelsberuf erzogen, doch die Lektüre N.-H. Wesselys und ein „poetischer Rausch“ der Freiheitskriege motivieren ihn seit 1814 zum Studium. Seit 1819 tritt er in Breslau als Redner an die Öffentlichkeit, wobei er sich der rhetor. Formen christlicher Predigt bedient und deswegen dem allgemeinen Verbot innerjüdischer Neuerungen durch die preußische Regierung anheimfällt. 1823 Lehrer u. Prediger in Twardogóra (Festenberg), Mittelschlesien
Akiba Eger begrüßt ihn als orthodoxen Prediger in Posen und stützt sich auf ihn 1825-26 bei seiner Kampagne zur Rettung der Jeschiwot. 1830 Lehrer in Berlin, predigt alle zwei Wochen am Bet-Midrasch
1835-38 lehrt er Bibel und Grammatik am Rabbiner- und Lehrerseminar. Nach Konflikten mit den Berliner Reformern 1843 Prediger in Posen. Lehnt 1846 das ihm angebotene Mainzer Rabbinat ab, wie auch andere rb. Anstellungen, um Zeit für seine Studien namentlich über die Apokryphen zu behalten.
Dokumente
CAHJP Jerusalem, „Frankfurt/Oder“, KGe 11/34, vom Dienstag der Perikope S. aw 596, Empfehlungsbrief für den damals noch nicht als Reformer hervorgetretenen Samuel Holdheim (dt. in hebr. Lettern)
LA Berlin, A Rep. 020-01 Nr. 2104, über seine Tätigkeit am Seminar.
Manuskripte
Nachlaß im CAHJP Jerusalem, P 51, Kartons 1-11.
Publikationen
Hosafah limegillath ’Äster, Breslau 1819
Davar be‘itto. Ein Wort zu seiner Zeit oder Die Autorität der Traditionslehre, 1825, Sammlung positiver Urteile christlicher Gelehrter über den Talmud, lateinisch mit dt. und hebr. Übs., im Zusammenhang mit der von der Posener Regierung angeordneten Schließung der Jeschiwot, die 1826 zurückgezogen wird
Nozelim min Levanon, Berlin 1832
Religiöse Vorträge, in jährlich erscheinenden Bänden, Berlin 1834-1840
Belehrungen und Erbauungen, Berlin 1836
Dath Mošäh wIhudith, oder Jüdisch-Mosaischer Religionsunterricht für die israelitische Jugend, 1838
Confirmationsreden, Berlin 1839, 183 S
Erbauungsreden für Israeliten, Berlin 1839, 184 S
Gotteshaus und Gemeinde in ihrer gegenseitigen Beziehung. Zwei Reden, 1839
Šay la-Moräh, Gedichte zu Ehren von Moses Montefiore, Posen, 1846
Šire Zimrah, hebräische Gelegenheitsgedichte, Berlin 1859. Werkausgabe. Elias Plessner (Hrsg.), Biblisches und Rabbinisches aus Salomon Pleßner’s Nachlasse, Fft./M. 1897; enthält S. 5-25 eine „Biographie Salomon Plessners“ von Hartwig Hirschfeld.
Literatur
IA 1839, S. 287, 320; 1840, S. 11f, 20, über seine Reden
Orient 1840, S. 298f, ein Dr. Kleefeld nennt die Berliner Juden „seit mehreren Decennien ohne geistliches Oberhaupt“; sie haben allein „ihren Rabbinatsverweser“ und „zwei jüdische Prediger, er eine Herr Dr. Auerbach und der andere S. Pleßner“
AZJ 1845, S. 75
AZJ 1846, S. 232f, die Posener Orthodoxen ziehen seinen Vorträgen die Deraschot der jiddischen Prediger vor. Er, „der doch von der stabil-orthodoxen Partei vergöttert werden müßte“, hat von den Zuwendungen seitens Privatleuten zu leben
AZJ 1850, S. 469, angebliche Bewerbung um das Rt. in Hamburg
AZJ 1851, S. 148
AZJ 1852, S. 41, bei Synagogeneinweihungen
Israelit 1867, S. 427f
Ahiasaf 9 (1901), unpaginiert, betitelt ihn als ha-r[av] ha-g[a’on] ha-daršan ha-mefo’ar
JE X 89f
JL IV1 967
Heppner, Breslau, S. 35f
Wininger V 50, mit Geburtsdatum 23. Apr
Eliav, Jüdische Erziehung, S. 347, 379, 421
Schwab, Chachme Ashkenaz, p. 94
Meyer, Response to Modernity, S. 420: „Plessner was a militant opponent of liturgical reform and in his sermons combined a style modeled on Christian homiletics and frequent quotations from Goethe and Schiller with a resolute defense of orthodoxy“
PK Poznañ-Pomerania, S. 13, 26, 119, „Rabbiner“
Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 335f, 342, 561, 565.